Die Anbieter der Versicherungs-Produkte

Staatlich überwachte Anbieter

Aktien-Gesellschaften und Versicherungsvereine

Deutsche Anbieter

Die Anbieter von Versicherungs-Produkten (Versicherungs-Gesellschaften) sind entweder Versicherungs-Aktien-Gesellschaften oder Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (kurz: VvaG).

Eigentümer der Versicherungs-Aktien-Gesellschaften sind die Aktionäre. Eigentümer der Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sind die Versicherungs-Kunden. Mit dem Vertragsabschluß wird man automatisch Mit-Eigentümer bis zum Vertragsende.

Versicherungs-Aktien-Gesellschaften haben das Ziel, den Aktionären einen möglichst hohen Gewinn zu bringen. Sie haben nicht das Ziel, den Kunden die Versicherungs-Produkte quasi zum Selbstkosten-Preis zu verkaufen. Der marktwirtschaftliche Wettbewerb mit den anderen Anbietern soll dafür sorgen, daß eine profit-orientierte Versicherungs-Aktiengesellschaft Produkte zu halbwegs kunden-freundlichen Preisen anbietet. Nun ja, das ist eher Wirtschafts-Theorie.

Bei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit (Marktanteil circa 29%) gibt es keine Aktionäre, also keine externen Eigentümer, die Profit aus der Tätigkeit des Unternehmens schlagen wollen. Prima, denkt sich mancher Laie, dann müssen ja bei einem Versicherungsverein die Versicherungs-Produkte billiger sein. Das kann so sein, muß aber nicht so sein wie Vergleichs-Tests beweisen. Warum das so ist, darüber lassen sich umfangreiche fachliche Abhandlungen schreiben. Aber nicht in diesem Magazin. Wenn Sie´s wirklich wissen wollen, empfehlen wir Ihnen, Ihren Buchhändler nach entsprechender Literatur zum Thema zu fragen.

Bei der Auswahl Ihrer Versicherungen können Sie das Kriterium der Rechtsform des Anbieters also vernachlässigen. Im folgenden werden wir daher auch keine Unterscheidung mehr machen, sondern nur noch von Versicherungs-Unternehmen oder (zur sprachlichen Abwechslung) von Versicherungs-Gesellschaften oder von Versicherern sprechen.

Interessanter ist da schon der kritische Blick darauf, wie die Versicherungs-Produkte vertrieben, sprich verkauft werden. Die meisten Versicherungs-Unternehmen haben in zahlreichen Städten Filialen und/oder Büros. Man muß sich klar darüber sein, daß die Kosten für diese Präsenz vor Ort von den Beiträgen der Kunden bezahlt werden.

Ein paar Versicherungs-Unternehmen arbeiten ohne eigene Filialen und ohne eigene Büros, aber sie lassen sogenannte freie Versicherungs-Vermittler für sich arbeiten. Das sind dann keine Versicherungs-Vertreter, sondern Versicherungs-Mehrfach-Agenten oder Versicherungs-Makler. Auch die müssen bezahlt werden. Die Provisionen, die diese Verkäufer bekommen, werden von den Beiträgen der Kunden bezahlt.

Ein paar Versicherungs-Unternehmen arbeiten ohne Filialen und ohne Büros und ohne Verkäufer. Diese Direktanbieter vertreiben ihre Produkte per Briefpost oder per Internet. Sie machen Werbung und hoffen darauf, daß sich möglichst viele Verbraucher von alleine bei Ihnen melden, um sich Angebote unterbreiten zu lassen. Sehr wichtig für diese Unternehmen sind auch die mehrfach im Jahr in der Wirtschafts-Presse erscheinenden Vergleiche. Aufgrund der Kosten-Einsparungen gegenüber den Unternehmen, die überall Filalen/Büros haben und Vermittler beschäftigen, sind sie in den Vergleichs-Tabellen oft ganz vorne bei den preisgünstigen Anbietern. Viele Direktanbieter sind Tocher-Gesellschaften solcher Versicherungs-Gesellschaften, die aufgrund des Vertriebsnetzes recht teuer sind.

Die Allianz Versicherung (Aktien-Gesellschaft) ist das mit Abstand größte Versicherungs-Unternehmen in Deutschland. Die Allianz ist darüber hinaus an einigen anderen Versicherungs-Unternehmen maßgeblich beteiligt (hält "dicke" Aktien-Pakete) oder ist sogar alleiniger Eigentümer. Außerdem ist die Allianz an Nicht-Versicherungs-Unternehmen beteiligt, unter anderem bei führenden Großbanken. Die Allianz bestimmt ganz wesentlich die deutsche Wirtschaft mit. Viele Politiker dienern gerne vor der Vorstands-Etage des Konzerns. Den Einfluß auf die - unabhängige (hüstel) - Politik schätzen wir als immens ein.

Über zahlreiche Verbände und andere Einrichtungen beeinflußt die deutsche Versicherungs-Wirtschaft gesetzgeberisches Handeln.

Legendär ist der Fall vor einigen Jahren, wo das Gesetz zu einer Änderung im Versicherungsrecht fast wortgleich dem entsprach, was die Versicherungs-Wirtschaft in einem Vorschlag "vor-formuliert" hatte.

Schärfster Kritiker der Versicherungs-Branche ist der bis März 2002 als Geschäftsführer des gemeinnützigen Verbraucherschutzvereins "Bund der Versicherten" tätige Hans Dieter Meyer. Homepage: http://www.bundderversicherten.de

 

Anbieter aus dem Ausland

Versicherungs-Gesellschaften aus dem Bereich der Europäischen Union (EU) dürfen ihre Produkte in Deutschland verkaufen. Sie können eine eigene Niederlassung in Deutschland aufmachen oder direkt von ihrem Heimatland aus nach Deutschland tätig werden. Sie können den verkauften Versicherungs-Policen das deutsche Recht zugrunde legen, oder aber das Recht ihres Heimatlandes.

Versicherungs-Gesellschaften außerhalb des Bereiches der Europäischen Union (EU) dürfen hier nur aktiv ihre Policen verkaufen, wenn sie eine Vertriebs-Zulassung der deutschen Aufsichts-Behörde für Versicherungs-Unternehmen erhalten haben. Ist das nicht der Fall, dürfen sie aktiv hier nichts verkaufen. Auch nicht über Makler oder Handels-Vertreter. Passiv verkaufen dürfen sie allerdings. Passiv verkaufen heißt, daß ein Deutscher von sich aus an eine ausländische Gesellschaft herantreten darf und Versicherungsschutz dort einkaufen darf. Wenn also jemand meint, zum Beispiel über Internet, bei einem brasilianischen Versicherungs-Unternehmen eine Versicherung abschließen zu müssen, kann er das tun. Ausnahme: Die KFZ-Haftpflicht-Versicherung. An diese knüpft der deutsche Staat bestimmte Mindest-Leistungen.