Vertrags-Abschluß über Internet

Ernüchternde Bilanz für Versicherer

Informationen ja, Abschluß fast nie

Versicherungen wurden in den letzten 50 Jahren von Verbrauchern nur wenig "aktiv gekauft". Sie wurden aber aktiv von Verkäufern "verkauft". Das meint:

"Guten Tag, Herr Kunde, Sie hängen seit Jahren ohne Versicherungen herum. Bis jetzt wußten Sie gar nicht, wie mies Sie ohne unsere vielen schönen Versicherungs-Policen gelebt haben. Damit ist jetzt Schluß. Jetzt bin ich da. Ab sofort wird kräftig versichert."

Dieses Schema hat sich in den letzten Jahren etwas gelockert. Dank Internet, das es ermöglicht, sich Informationen scheinbar leicht ins Haus zu holen.

Und so klickten und klicken sich Millionen durch mehr oder minder intelligent gestaltete Web-Seiten von Versicherungs-Unternehmen, Versicherungs-Vertretern und Versicherungs-Maklern. Die Euphorie, an neue Kundschaft zu kommen war bei einigen durchaus groß. Andere dagegen waren skeptisch. Sie konnten sich nicht vorstellen, daß der "träge Verbraucher" massenhaft Policen über Internet abschließen wird.

In einer Zwischenbilanz scheinen die Skeptiker recht zu behalten. Ernüchtert stellt die Allianz fest, daß nur jeder Dreitausendste Internet-Surfer online eine Versicherungs-Police ordern würde. Positiv sei allerdings, daß sich viele über Internet ein bißchen informieren würden, um dann doch vor Ort beim Vertreter abzuschließen.

 

Kommentar:

Versicherungs-Kunden kaufen nur selten aktiv Versicherungsschutz ein. Daher wundert es nicht, daß sie es auch über Internet aktiv nicht so oft tun.

Ganz zu schweigen von Sicherheits-Bedenken bei der Daten-Übermittlung, die viele abschrecken. Und angesichts der ständigen Meldungen über Datenschutz-Probleme im Internet ist das auch nur zu verständlich.

Und schaut man sich die Web-Seiten der Versicherungs-Branche nach Inhalt und Gestaltung an, wird die Zumutung für die potentielle Kundschaft offenbar.

In 10 Jahren wird das anders aussehen. Neue Generationen werden mit dem Internet-Angebot der Versicherer "groß werden". Die inhaltlich wie optisch schlechten Web-Seiten mit zu oft tristen Verdummungs-Informationen werden weitgehend der Vergangenheit angehören.

Vielleicht sollten die Leiter der Internet-Projekte ihrem "Web-Team" jeden Morgen sagen "Wie wäre es denn, wenn wir heute mal etwas auf die Beine stellen, daß nicht 99 von 100 Surfern abschreckt?"