Girokonto
Deutsche Bankkunden verschenken ihr Geld
Ohne Girokonto kommt fast niemand aus: Gehaltseingang, Bargeldabhebung, Kartenzahlung - all das wird bei vielen Bankkunden vom gleichen Konto abgewickelt. Weil die meisten Kunden ihr Geld einfach auf diesem Konto belassen oder bei notwendigem Kapitalbedarf den Dispo strapazieren, gehen in der Bundesrepublik jährlich mehr als vier Milliarden Euro ungenutzt verloren.
Insgesamt 4,3 Milliarden Euro verschenken die Deutschen pro Jahr, wie die „Süddeutsche Zeitung“ jetzt aktuell berichtet. Diese Summe ergab eine Studie des Düsseldorfer Finanzexperten Udo Kessler auf Basis der Frankfurter FMH-Finanzberatung. Obwohl die Girokonten kaum oder gar keine Zinsen abwerfen (lediglich 0,15 Prozent im bundesweiten Durchschnitt), nutzt kaum ein Bürger weitaus lukrativere Angebote wie Tagesgeld (reines Tagesgeld bringt bis zu 2,4 Prozent Zinsen p.a.) oder Festgeld (bis zu 5,65 Prozent als Spitzenzinssatz). Knapp 200 Milliarden Euro horten die Deutschen laut der Studie derzeit auf privaten Girokonten Ohne Girokonto geht es nicht – aber ein sinnvoller Finanzplan fängt bereits bei der Auswahl des Kontos an.
Für Verbraucher bedeutet das, dass ihr Geld auf dem Girokonto nicht nur nicht mehr, sondern mit der Zeit sogar weniger wird. Zum einen durch die Inflation (April 2011: 2,4 Prozent; Ökonomen erwarten für Deutschland einen ähnlichen Wert im Jahresdurchschnitt), andererseits durch potentiell anfallende Gebühren für das Girokonto (z.B. bei fast allen Sparkassen). Zumindest gegen letzteres kann der Kunde selbst aktiv gegensteuern. Diverse Banken bieten inzwischen kostenlose Girokonten an - ohne Kontoführungsgebühren und teilweise mit angeschlossenem Tagesgeld sowie weitaus besserer Guthabenverzinsung als die oben genannten 0,15 Prozent. Da die Auswahl sehr groß ist, hilft ein Vergleich der kostenlosen Girokonten, um das passende Angebot mit den individuell richtigen Konditionen zu finden. Dank der möglichen Ersparnis und des finanziellen Mehrwerts ist der zeitliche Aufwand zur Eröffnung eines kostenlosen Girokontos gering und der Wechsel immer eine gute Empfehlung.
Direktbanken haben die Nase vorne
Das Girokonto dient in erster Linie dazu, dass Einkommen gebucht werden können und Zahlungen in Form von Überweisungen oder auch Einzugsermächtigungen durchgeführt werden können. Bei vielen Nutzern von Girokonten bleibt zum Ende des Monats nichts oder nur wenig auf dem Konto zurück. Andere Nutzer dieser Konten haben durchaus regelmäßig steigendes Guthaben zu verzeichnen. Gerade in letzteren Fällen lohnt es sich, die Zinsbedingungen für das Girokonto zu prüfen. Verschiedene Banken bieten hier unterschiedliche Konditionen und Kontoinhaber können praktisch unbemerkt und ohne weiteren Aufwand Zinserträge auf ihren Girokonto erwirtschaften.
Die Zinsen, die auf das Guthaben auf dem Girokonto gezahlt werden, sind bei fast allen Anbietern gestaffelt. Wer also regelmäßig größere Beträge übrig hat, kann auch günstigere Zinssätze erzielen. Dabei sollte natürlich darauf geachtet werden, ob es für die Zinsgutschrift feste Zeiträume gibt, für die das Guthaben auch tatsächlich auf dem Konto verbleiben muss. Die Guthabenzinsen für Guthaben ohne Festlegung der Beträge schwanken bei den einzelnen Anbietern zwischen 0,5 Prozent und 2,25 Prozent Jahreszins. Gerade bei größeren Guthaben auf dem Konto können sich hier schon spürbare Unterschiede im Hinblick auf die Zinsgutschriften ergeben.
Wichtig ist, dass das Guthaben auf dem regelmäßig zugänglichen Konto immer dann gut aufgehoben ist, wenn auch regelmäßig Bedarf über die Verfügung besteht – also auch der Notgroschen kann hier gut angelegt sein. Ist aber Geld übrig, das definitiv für einen längeren Zeitraum nicht benötigt wird, lohnt die Anlage auf dieser Kontoform nicht. Hier empfiehlt sich eine zinsgünstigere Anlage. Trotzdem können die Gutschriften von Zinsen bei optimalem Vergleich der Bedingungen ein schönes Taschengeld nebenher bescheren, obwohl dauerhafter Zugang zum Geld bestehen bleibt.
Einige Banken verzinsen auch ein Guthaben auf dem Giro-Konto und bieten ein Girokonto kostenlos an. Der Zinssatz ist allerdings gering, da es sich um jederzeit verfügbares Geld handelt.
Bei Filial-Banken sind es etwa 0,5% Zinsen p.a., bei Direktbanken bis zu 2% Zinsen p.a. (abhängig vom allgemeinen Zins-Niveau).
Termingeld/Festgeld bei Direktbanken bringt oft noch etwas mehr.
Ratgeber Geld