Fondswahl & -wechsel

Anlageschwerpunkt: Welcher Fonds für welchen Anleger?


Sie haben oben lesen können, daß Sie aus über 20.000 Fonds auswählen können. Welcher Fonds in Zukunft der beste sein wird, weiß niemand. Vergangenheits-Leistungen können ein Anhaltspunkt sein, mehr aber nicht. Zunächst einmal sollte man sich darüber im klaren werden, in welche Fondsart man anlegen will. Rentenfonds haben eine geringere Volatilität (Schwankung der Rendite) als Aktienfonds. Noch geringer ist die Volatilität bei Immobilienfonds.

Rentenfonds
Wo soll der Fonds schwerpunktmäßig anlegen? In deutschen verzinslichen Wertpapieren? Oder in Europäischen? Oder in amerikanischen? Soll der Fonds nur erstklassige Wertpapiere kaufen oder auch einen Teil der Anlegergelder in etwas risikoreicheren Wertpapieren investieren (Unternehmen/Staaten mit geringer Bonität/Güteklasse?
Wenn Sie sich entschieden haben, sollten Sie unter den Fonds, die in Frage kommen, die Vergangenheitsleistungen vergleichen. Und Sie sollten die Höhe der Gebühren vergleichen. Danach sollten Sie sich entscheiden.

Aktienfonds
Ähnlich wie bei Rentenfonds (siehe Abschnitt zuvor) müssen Sie erst einmal festlegen, in welchem Bereich der Aktienfonds investieren soll. Es gibt Aktienfonds, die nur Aktien der größten Unternehmen kaufen, sogenannte »Blue Chips«. Denen sagt man allgemein nach, daß die Schwankung der Kurse geringer ausfällt als bei kleineren Unternehmen. Die können schon mal ein »Konjunkturloch« brauchbar überstehen. Aktienkurse von Aktien-Gesellschaften, die nicht nur in einer Branche , sondern in mehreren tätig sind, gelten ebenso als widerstandsfähiger.
In welchem Land oder Kontinent soll der Aktienfonds anlegen? In den aufstrebenden Ländern Südostasiens? In Amerika? Nordamerika (USA/Kanada)? Oder Mittelamerika? Und so weiter

Wenn das geklärt ist, verfahren Sie so, wie es unter »Rentenfonds« im Abschnitt zuvor beschrieben ist.


Rendite-Schwärmereien
Verkäufer kennen keine Gnade, wenn es darum geht, die Renditen von Aktienfonds zu lobpreisen. Und in vielen langfristigen Zeiträumen der Vergangenheit waren sie ja auch überdurchschnittlich. Aber:
Mit Aktienfonds kann man nicht nur hohe Renditen erzielen. Man kann damit auch »auf die Nase fallen«, wenn man sich für den falschen entschieden hat oder wenn man (so ein Pech) ausgerechnet in einem Zeitraum angelegt hat, wo - wie sich später bei einem Rückblick herausstellt - mit Aktienfonds nur Renditen auf Sparbuch-Niveau (um die 2%) zu erzielen waren. Denn das gab es auch.

Beispiel: Was interessiert es Sie, wenn man Ihnen erzählt, daß in den letzten 40 Jahren durchschnittlich mehr als 10% Rendite mit Aktienfonds zu erzielen war, wenn in dem Zeitraum, den Sie sich vorstellen - zum Beispiel 15 Jahre - Renditen zwischen 2% und 15% möglich waren. In einem 15-Jahres-Zeitraum waren es eben 2%, in einem anderen 15%. Ob der nächste 15-Jahres-Zeitraum einer mit 2% oder einer mit 15% wird, weiß niemand.


Offene Immobilienfonds
Es gibt nur etwa 15 Offene Immobilienfonds. Der Unterschied zwischen diesen liegt darin, ob schwerpunktmäßig gewerbliche oder Wohnimmobilien gekauft werden. Manche ImmobilienFonds-Manager investieren verstärkt im Europäischen Ausland, weil die Zahl lukrativer Immobilien in Deutschland begrenzt ist.


Fonds-Wechsel: Switchen


Die Fondsgesellschaft bietet Ihnen die Möglichkeit des Switchens an. Sie geben Fonds-Anteile zurück und nehmen dafür Anteile eines anderen Fonds von dieser Gesellschaft. Je nach Gesellschaft ist das mit unterschiedlichen Gebühren verbunden.
In der Regel ist es so, daß beim Wechsel von einem Fonds mit niedrigem Ausgabeaufschlag zu einem Fonds mit höherem Ausgabeaufschlag die Differenz nachgezahlt werden muß.

    Beispiel: Sie haben Rentenfonds-Anteile gekauft und dafür einen Ausgabeaufschlag von 3% bezahlt. Sie geben die zurück und nehmen dafür Aktienfonds-Anteile der gleichen Fonds-Gesellschaft.
    Normal beträgt der Ausgabeaufschlag für Aktienfonds-Anteile 5%. Sie müssen die Differenz von 2% nachzahlen. Umgekehrt bekommen Sie allerdings nichts zurück, wenn Sie von Aktienfonds-Anteilen zu RentenFonds-Anteilen wechseln.

Jede Gesellschaft hat ihr eigenes Gebühren-Modell. Die einen lassen zum Beispiel 4 Wechsel pro Jahr gebührenfrei zu, ab dem fünften Wechsel innerhalb eines Jahres werden 50 EURO oder 100 EURO fällig. Andere berechnen eine Gebühr vom ersten Wechsel an. Einige verlangen keinen festen Betrag, sondern eine prozentuale Gebühr gemessen am Wert der Fonds-Anteile. Aber einige verlangen auch bei jedem Fondswechsel die volle Gebühr.

Erkundigen Sie sich genau nach den Switch-Gebühren. Zwischen den Anbietern gibt es teilweise erhebliche Unterschiede. So kann bei einem Wert der Anteile von zum Beispiel 100.000 EURO ein Wechsel bei einer Fonds-Gesellschaft 50 EURO (Pauschale) kosten, bei einer anderen dagegen 5.000 EURO, wenn innerhalb der Fondspalette der Gesellschaft der volle Ausgabeaufschlag (Beispiel: 5%) berechnet wird.

Vorsicht Falle beim Switchen:
Switchgebühren sind nicht Bestandteil des Vertrages, wenn es nicht gesondert vereinbart wird. Das heißt, sie können später beliebig von der Fonds-Gesellschaft geändert werden.
Versuchen Sie hartnäckig, die Höhe der Switchgebühr in die Vertrags-Bedingungen einzubeziehen.