Renditen (vor Steuern / nach Steuern)
Die Rendite ist ein Maßstab, mit dem man verschiedene Geldanlagen, z.B. ein Depot oder Festgeld, hinsichtlich des Ertrages vergleichen kann. Der Ertrag wird ins Verhältnis zum Anlagebetrag gesetzt.
Was einfach klingt, sorgt in der Praxis oft für Verwirrung. Denn es gibt verschiedene Berechnungsmethoden. Einfach gesagt: Banken benutzen nicht immer die gleichen Berechnungsformeln wie Finanzmathematiker. Und die Tricks der Versicherungs-Vermittler, wenn es um die Darstellung der Rendite einer Lebensversicherung geht, sind auch vielfältig. Manche, wie die Vertreiber von InvestmentFonds, lassen die komplette Gebührenfrage einfach "unter den Tisch fallen".
Uralt-Trick: Werbung mit dem Wertzuwachs
Von einem Uralt-Trick der Rendite-Täuschung können viele Banken leider immer noch nicht ablassen - dem Wertzuwachs-Trick. Die Anbieter von Geldanlagen sind nicht verpflichtet, die Rendite eines Angebotes auszuweisen. Ein beliebter Trick, um Ihnen eine hohe Rendite vorzugaukeln, ist es, statt der Rendite den sogenannten durchschnittlichen Wertzuwachs zu nennen.
Die Bank bietet an: Aus angelegten 10.000 EURO werden in 10 Jahren 20.000 EURO. Das entspricht einem "Wertzuwachs" von 100%. Unkundige gehen nun her und dividieren den Wertzuwachs durch die Anzahl der Jahre. Auf diese Weise glauben sie die Rendite errechnet zu haben. Ihr Ergebnis: 10% pro Jahr. Das ist die Rendite.
Doch das ist nicht die Rendite. Der Gedankenfehler: Diese Berechnungsweise ginge davon aus, daß jedes Jahr 10% Zinsen auf die urspüngliche Anlagesumme gezahlt werden. Auf die Zinsen würden demnach keine Zinseszinsen gezahlt. Das stimmt jedoch nicht.
Im 1.Jahr werden die Zinsen auf die urspüngliche Anlagesumme gezahlt. Im 2.Jahr aber werden die Zinsen auf die urspüngliche Anlagesumme und auf die Zinsen des 1.Jahres gezahlt. gutgeschriebene Zinsen erhöhen die Anlagesumme und darauf werden wieder Zinsen gezahlt.
In unserem Beispiel beträgt die tatsächliche Rendite 7,2% jährlich. Im 1.Jahr werden auf 10.000 EURO Anlagesumme 720 EURO Zinsen gezahlt. Im 2.Jahr werden dann auf 10.720 EURO wiederum 7,2% Zinsen gezahlt. Das sind 771, 84 EURO. Im 3.Jahr werden dann auf 11.491, 84 EURO wiederum 7,2% Zinsen gezahlt. Und so weiter. Nach 10 Jahren ergibt das 20.000 EURO. Die jährliche Rendite beträgt wie schon erwähnt 7,2%.
Eine Bank, die statt der ehrlichen Rendite nur den Wertzuwachs angibt, sollten Sie meiden. Tappen Sie nicht in diese Falle.
Rendite-Verlust durch Gebühren und Spesen
Die eine Geldanlage ist mit Gebühren belastet, die andere nicht. Viele Geldanleger und Sparer ignorieren diesen Unterschied einfach. Sie vergleichen nur den Zinssatz und glauben, daß die Anlage mit dem höheren Zinssatz auch die bessere sei, eine höhere Rendite bringe. Diesen Irrtum klären viele Anlageverkäufer in den Banken und Sparkassen nicht auf. Im Gegenteil, sie machen sich die Unwissenheiten sogar zum eigenen Vorteil des Geldinstituts zu Nutze.
Ein Beispiel zur Auswirkung der Gebühren auf die Rendite finden Sie im Kapitel Gebühren - Spesen.
Rendite-Steigerung durch Steuervorteil
Ein weiteres Problem gibt es bei Geldanlagen, deren Rendite von Steuervorteilen abhängig ist. Treten die vom Anbieter und/oder Vermittler "versprochenen" Steuervorteile nicht ein, ergibt sich eine niedrigere Rendite. Bei manchen Anlagemodellen ist der in Aussicht gestellte Steuervorteil höchst unsicher.
Wichtig! Steuervorteile gelten nur so lange, wie der Gesetzgeber oder Finanzgerichte die Rechtslage, die bei Abschluß galt, nicht ändern.
Rendite-Verlust durch Steuerpflicht
Kapital-Erträge sind grundsätzlich Einkommen und unterliegen der Steuerpflicht wie das Arbeitseinkommen. Es gelten Freibeträge, bis zu deren Höhe keine Steuer erhoben wird.
"Rendite vor Steuern" und "Rendite nach Steuern"
Maßstab dafür, welche Geldanlage die bessere Rendite hat, ist die Rendite nach Steuern. Bei Abschluß einer Geldanlage kann man zwar die steuerlichen Umstände in einer Hochrechnung für die gesamte Laufzeit berücksichtigen. Letztlich abgerechnet wird aber erst am Ende der Laufzeit, wenn alle Änderungen (Steuer-Gesetzgebung, persönliche Steuerverhältnisse) auch wirklich eingerechnet werden können. Schon die Änderung des Familienstandes von "verheiratet" zu "ledig" und umgekehrt stellt jede Annahme auf den Kopf, da sich der Steuersatz gravierend ändert. Das gilt ebenso für die Höhe des Arbeitseinkommens, die im Laufe der Zeit nicht unbedingt linear (durch Gehalts-Steigerungen) verläuft.
Das alles zeigt, daß die "Rendite nach Steuern" nur eine vage Annahme ist, die so wie berechnet eintreten kann oder auch nicht.
Real-Rendite: Rendite-Verlust durch Inflation?
Der Großteil der Finanz-Fachleute will neben Gebühren und Steuern auch noch die Inflation bei der Rendite-Berechnung berücksichtigen. So sei der Ertrag bezogen auf den Kapitaleinsatz gar nicht die wahre Rendite. In der Zeit, in der der Anleger sein Geld "verleiht", steigen erfahrungsgemäß aus verschiedenen Gründen die Preise für Waren und Dienstleistungen. Das müsse in eine Rendite-Berechnung einfließen. Informationen dazu finden Sie im Kapitel
Ähnlich wie z.B. ein Preisvergleich bei Versicherungen im Internet dem Verbraucher beim sparen hilft, so lohnt auch bei ein Renditevergleich oftmals, da die Realrendite immer anlagebedingt ist.
Überproportionale Rendite mit Aktien
Für nicht risikoaverse Anleger sind Aktien eine Option um überproportionale Renditen zu erzielen. Wer in Aktien investiert muss im schlimmsten Fall mit einem Totalverlust rechnen, deshalb sollte z.B. eine Altersvorsorge keinesfalls nur durch den Kauf einzelner Aktienpakete gesichert werden. Es empfiehlt sich immer in Aktienfonds zu investieren, da die Risikodiversifikation hier deutlich höher ist und die Wahrscheinlichkeit einer negativen Rendite somit sinkt. Bevor man ein Investment in Aktien risikiert, sollte man sich unabhängige Informationen z.B. bei einem Börseninformationsdienst oder einem Fachmann einholen.
Moderate Erträge durch Spareinlagen
Sicherer als Aktien sind die sogenannten Spareinlagen bei den Banken: Zu diesen zählen das Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld und ähnliche Anlageformen. Spareinlagen in Deutschland und in der EU sind normalerweise durch die Einlagensicherung gedeckt und der Kapitaleinsatz ist damit innerhalb bestimmter Grenzen vor Verlust geschützt. Dafür bringen Spareinlagen meist auch nur eine moderate Rendite: Beim Festgeld ist der jährliche Zinssatz festgelegt, beim Tagesgeld ist dieser variabel. Um der Inflation entgegenzuwirken, sollten Anleger daher immer zu den gegenwärtig lukrativsten Angeboten am Markt greifen. Ein Tagesgeld Zinsvergleich oder ein Vergleich der Festgeld-Konditionen hilft hier weiter.
Bausparen Vergleich