Inflation: Wertverlust des angelegten Geldes

Der Preis für eine Ware oder Dienstleistung ändert sich. Die Summe aller Ausgaben für die Lebenshaltung steigt langfristig. In der Tagesschau sprechen sie dann davon, daß die Inflationsrate (oder auch Teuerungsrate) gestiegen sei.

Leider ist auch die Geldanlage von der Teuerung betroffen. Während Sie Ihr Geld anlegen, also an jemanden "verleihen", verliert es an Wert. Nicht weil irgend etwas mit dem Geld passiert. Nein. Die Waren und Dienstleistungen werden teurer. Für 100 EURO bekamen Sie vor 20 Jahren erheblich mehr Brötchen als heute. Für 50.000 EURO bekamen Sie damals eine schicke Eigentumswohnung. Heute gibt es dafür einen Korridor (eine Diele) und ein bißchen drum herum. Insofern ist der Gewinn, den Sie für das "Verleihen" Ihres Geldes bekommen, auch ein Ausgleich für den zwischenzeitlichen Wertverlust. Oder anders ausgedrückt: Von den durchschnittlich 7% Zinsen jährlich sind etwa 3 Prozentpunkte (Beispiel) nur als Inflationsausgleich zu sehen. Ihr echter Gewinn beträgt nur 4 Prozentpunkte. Ob die Teuerung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten im Durchschnitt bei 3% oder mehr oder weniger liegt, weiß niemand. Steigt die durchschnittliche Teuerung, können Sie auch auf langfristig höhere Zinsen hoffen. Und umgekehrt.


Die Frage aller Fragen:

Mit welcher Geldanlage entgehen Sie der Inflation?
Die Antwort: Mit keiner!

Hoppla, werden Sie jetzt (vielleicht) denken. Da erzählen Verkäufer, aber auch so manche Journalisten etwas anderes. Die behaupten, daß man sein Geld in Sachwerte anlegen soll. Deren scheinbar logische Gleichung lautet:

Sachwert = kein Geldwert = keine Geldentwertung

Das ist falsch. überlegen Sie einmal. Man spricht zwar von "Geldentwertung" als Umschreibung für "Inflation", aber das ist nur eine bildhafte Darstellung. In Wirklichkeit wird ja nicht das Geld weniger. Die Waren und Dienstleistungen werden teurer. Das ist der Vorgang. Ob Sie 20 Jahre lang Ihr Geld in Sachwerten oder in Geldwerten anlegen, ist Ihrem Bäcker egal. Er will in 20 Jahren statt 0,20 Euro für ein Brötchen 0,70 EURO (Beispiel) haben. Nicht Ihr Geld ist weniger geworden, seine Preise sind gestiegen.

Es ist also ein Trugschluß zu glauben, mit der Anlage in Sachwerten könne man der Inflation entgehen.

Es bleibt einem nur übrig dafür zu sorgen, daß die Kapital-Erträge der Geldanlage(n) - gleich ob Geldwert oder Sachwert- den Kaufkraftverlust durch die Inflation übersteigen.


Es gibt 3 Szenarien, die für Geldwerte und Sachwerte gleichermaßen gelten:

  • Der Kapital-Ertrag der Geldanlage ist niedriger als der Kaufkraftverlust durch die Inflation
    Folge: Man bekommt am Ende des Anlagezeitraums weniger für sein Geld als zum Zeitpunkt vor der Geldanlage.


  • Der Kapital-Ertrag der Geldanlage ist gleich hoch wie der Kaufkraftverlust durch die Inflation
    Folge: Man bekommt am Ende des Anlagezeitraums genau so viel wie zum Zeitpunkt vor der Geldanlage.


  • Der Kapital-Ertrag der Geldanlage ist höher als der Kaufkraftverlust durch die Inflation
    Folge: Man bekommt am Ende des Anlagezeitraums mehr für sein Geld als zum Zeitpunkt vor der Geldanlage.