Index-Fonds
Normalerweise bestimmt der Fonds-Manager die Zusammensetzung der
im Fonds befindlichen Vermögenswerte. Nun hat sich in den letzten
Jahrzehnten gezeigt, daß die Wert-Entwicklung
vieler Fonds, insbesondere von Aktienfonds, hinter der Wert-Entwicklung von
Börsen-Indizes
zurückbleiben. Für jede Börse gibt es einen
Index, der die Wert-Entwicklung ausgewählter Wertpapiere
spiegelt. So sehr sich die Fonds-Manager bei ihrer
Wertpapier-Auswahl für den Fonds auch mühen, in vielen
Fällen (Statistik: 95%)
hinkt die Wert-Entwicklung des Fonds hinter der
Wert-Entwicklung der Börsen-Indizes her. Was liegt
da näher als einen Fonds aufzulegen, der nur solche
Wertpapiere kauft, mit denen ein Index gebildet wird.
Beispiel: Ein DAX®-Index-Fonds ist ein
solcher Index-Fonds, bei dem der Fonds-Manager
die Aktien kauft, die den DAX®-Index bilden. Halten sich die
Aktien an die statistischen Erkenntnisse, kann der Anleger,
der Fonds-Anteile eines Index-Fonds kauft, darauf hoffen,
einen der besten Fonds gewählt zu haben.
Aufwendige Markt- und Unternehmens-Analysen entfallen.
Das senkt die Kosten, weshalb es diese Index-Fonds in
der Regel zu erheblich niedrigeren Gebühren als die
herkömmlichen Aktienfonds gibt.
Alternative zu Index-Fonds: Index-Zertifikate
Einige Banken begeben sogenannte Index-Zertifikate.
Das sind Wertpapiere, die zum Kurs des jeweiligen Index
ausgegeben werden.
-
Vorteil gegenüber Index-Fonds:
Kein Ausgabeaufschlag, stattdessen fallen die üblichen Kauf- und Verkaufs-Spesen für Aktien an. Das ist kostengünstiger.
Nachteil gegenüber Index-Fonds:
Index-Zertifikate gibt es nicht ab 100 EURO (wie Fonds-Anteile), sondern erst ab mehreren Tausend Mark aufwärts (entsprechend dem Stand des Index).
Indexfonds-gebundene Policen
In einer Börsen-Euphorie-Phase vor einigen Jahren brachten
Anbieter eine "Aktienindex-basierte Fonds-Police"
mit "Mindestauszahlungs-Garantie"
auf den Markt. Der Sparanteil wird index-mäßig investiert,
das heißt, in die Aktien, die einen bestimmten Börsen-Index
repräsentieren (DAX®-Index, DOW JONES®-Index, etc.). Dahinter steckt die
Erkenntnis, daß die meisten Investmentfonds bei der Rendite
schlechter abschneiden als die Rendite eines Index.
Um größere Anleger-Schichten anzusprechen, wurde sogar eine Garantie
abgegeben, daß bei Ablauf der Police mindestens eine bestimmte
Summe ausgezahlt wird, und zwar auch dann, wenn der Wert der
angesammelten Fonds-Anteile unter diesen Mindestwert liegen sollte.
Normalerweise gibt es bei Fonds-Policen eine solche Garantie nicht.
Um diese Garantie abgeben zu können, muß der Anbieter bestimmte
Sicherungs-Maßnahmen treffen. Dazu bedient man sich spezieller
Börsen-Geschäfte. Diese kosten Geld. Geld der Fonds-Policen-Kunden
natürlich. Die "Mindestauszahlungs-Garantie" führt somit einerseits
dazu, daß der Anleger bei einer negativen Entwicklung des Kapitalmarktes
vor großen Verlusten geschützt wird, andererseits reduziert sie bei
einem positiven Verlauf des Kapitalmarktes die Rendite.
Klingt doch ganz gut, oder?
Tja, das Produkt wurde aber nach kurzer Zeit wieder "eingestampft".
Jetzt wagen sich die ersten wieder vor und bieten den einstigen
Rohrkrepierer erneut an.
Macht das Produkt überhaupt Sinn?
Nun, irgendwo auf der Welt wird es ein paar Anleger geben, für
die das Produkt brauchbar ist. Für die breite Masse, den normalen
Anleger/Sparer sehen wir keinen Sinn für diese Art der Fonds-Police.
Klipp und klar:
Was wird denn da garantiert?
Wird eine Sparbuch-Rendite garantiert? Nein
Wird eine Immobilien-Rendite garantiert? Nein
Wird eine verzinsliche Wertpapier-Rendite garantiert? Nein
Also was wird garantiert?
Vielleicht die Summe der Sparanteile.
Vielleicht die Summe des eingezahlten Geldes.
Erhellender Hinweis
Untersuchungen über die letzten 40 Jahre ergaben, daß das
Verlust-Risiko einer stetigen Aktien-Anlage nach 10
Jahren
gegen Null tendierte. Anders ausgedrückt: Lief die Anlage
länger als 10 Jahre, erhielt der
Anleger/Sparer mindestens
sein eingesetztes Geld zurück.
Das entspräche der "Garantie".
Nun, so "doll" scheint uns die Garantie nicht zu sein. Sie
zehrt aber - wie oben dargelegt - an der Rendite.
Unserer Auffassung nach taugt nur eine Garantie etwas, die mindestens
die Rendite einer alternativen sicheren Anlageform garantiert. Wir
kennen aber keine solche Garantie.