Zillmerung
(Das folgende Beispiel vereinfacht aus Verständnisgründen
den Ablauf.
Es gilt für Versicherungs-Gesellschaften
mit Außendienst -
es gilt nicht für Direktanbieter, die keine Provisionen an Vermittler
zahlen.
)
Sie schließen eine langlaufende Private Rentenversicherung ab.
Die Versicherungs-Gesellschaft richtet ein Versicherungs-Konto
für den Vertrag ein. Zahlen Sie den ersten Monats-Beitrag, erhält
der nette VersicherungsVerkäufer, der Ihnen zu dem Abschluß geraten
hat, zum Beispiel 3.000 EURO Provision. Das ist kein Druckfehler!
3.000 EURO Provision.
(Variiert je nach Gesellschaft, Stellung
des Verkäufers, Laufzeit des Vertrages und Höhe des Beitrages - bei kurzen
Laufzeiten und geringem Monatsbeitrag ist die Provision entsprechend
geringer.)
Die Provision zahlt der Versicherungs-Kunde,
also Sie.
Weil aber kein Versicherungs-Kunde bereit wäre, 3.000 EURO
für die Vermittlung einer Rentenversicherung zu bezahlen,
bucht die Versicherungs-Gesellschaft
direkt nach Vertrags-Abschluß 3.000 EURO
Schulden auf Ihr Versicherungs-Konto.
Dieses Geld gibt sie dem Verkäufer als Provision.
Außerdem bucht die Versicherungs-Gesellschaft die Kosten
für die Einrichtung und die Verwaltung des Vertrages als
Schulden auf Ihr Versicherungs-Konto. Dieses Verfahren nennt
man »Zillmerung« (nach seinem "Erfinder" Zillmer).
Ihre ersten Beiträge werden dazu verwendet, diese Schulden
bei der Versicherungs-Gesellschaft zu tilgen.
Der Verkäufer erzählt davon ... nichts.
Hätten Sie das gedacht?
Sie schließen eine Private Rentenversicherung ab und
dann haben Sie nach der Unterschrift auf einmal
ein paar Tausend EURO Schulden
bei der Versicherungs-Gesellschaft!
Der Verkäufer erzählt davon ... nichts.
Der Verkäufer hat von kostenloser
Beratung gesprochen. Und jetzt zahlen Sie ihm über den Umweg "Versicherungs-Gesellschaft"
ein paar Tausend EURO 'Beratungs-Honorar'.
Der Verkäufer erzählt davon ... nichts.
Erst ab dem 18. Monat ist das Versicherungs-Konto in diesem Beispiel
im Plus, das heißt als Versicherungs-Kunde hätten Sie erst jetzt ein
Guthaben bei dieser Versicherungs-Gesellschaft!
Die fatalen Folgen dieses Systems tragen alleine Sie, der Kunde.
Das sind:
-
Viele Jahre niedrige Rückkaufswerte bei
Kündigung
Da die ersten Beiträge als Provision an den Verkäufer gegeben werden, bekommt man dieses Geld bei einer Kündigung nicht zurück. Kündigt man im 1. oder 2. Jahr gibt es bei vielen Gesellschaften - insbesondere bei denen, die die höchsten Provisionen zahlen - nur sehr wenig oder gar nichts zurück.
Der Verkäufer erzählt davon ... nichts. -
Rendite-Verlust
Auch wenn Sie den Vertrag durchhalten, verlieren Sie durch dieses Verfahren viel Geld. Die ersten Beiträge bringen normalerweise die höchsten Gewinne, da sie am längsten für die Kapitalanlage zur Verfügung stehen. Wenn die ersten Beiträge aber für Provisionen und andere Kosten verbraucht und nicht angelegt werden, können sie keine Gewinne einbringen.
3.000 EURO Provision, die der Vertreter in diesem Beispiel beim Abschluß von Ihren Beiträgen erhält, führen bei einem Vertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren zu einem Verlust für Sie einschließlich der verlorenen Gewinn-Beteiligung von insgesamt 23.000 EURO. (Entspricht bei 3,2% Inflation jährlich in 30 Jahren einer Kaufkraft, wie sie heute 9.300 EURO haben.)
Der Verkäufer erzählt davon ... nichts.
Rückkaufswert
Wenn Sie eine Private Rentenversicherung kündigen, bekommen Sie
entweder nichts zurück oder Sie erhalten eine Auszahlung.
Nichts zurück bekommen Sie, wenn der Vertrag noch nicht lange
lief und die wenigen eingezahlten Beiträge von der Versicherungs-Gesellschaft
allein für die Bestreitung ihrer Kosten verbraucht wurden.
Faustregel: Je höher die Kosten der Versicherungs-Gesellschaft,
desto länger dauert es nach dem Vertrags-Abschluß bis Geld für
die Auszahlung vorhanden ist.
Die Policen der Direktanbieter haben hier meist einen erheblichen Vorteil
gegenüber den Policen der Gesellschaften mit Geschäftsstellen und
Vertreter-Büros.