Kosten
Was mit dem Beitrag passiert
Den Beitrag einer Privaten Renten-Versicherung splittet die
Versicherungs-Gesellschaft intern auf. Der Versicherungs-Kunde
merkt davon nichts:
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Die Kosten der Versicherungs-Gesellschaft
Die Versicherungs-Gesellschaft bestreitet alle Kosten für Personal und Geschäftsbetrieb aus den Beiträgen, die die Kunden zahlen. Von jedem Beitrag wird ein Kostenanteil dafür abgezweigt.
Die Höhe der Kosten, die die Gesellschaft kalkuliert, ist bei fast allen Gesellschaften geheim. Sie wird den Kunden verschwiegen. Die Höhe ist auch nicht festgeschrieben. Der ursprünglich bei der Tarif-Kalkulation veranschlagte Wert kann beliebig überschritten werden. Dann zweigt die Gesellschaft entweder etwas mehr vom Beitrag ab oder reduziert die Gewinn-Beteiligung der Kunden.
Der Kostenanteil ist nicht über die gesamte Laufzeit des Vertrages konstant. Er variiert. Zu Beginn ist er in der Regel sehr hoch. Grund: Die Einrichtung des Vertrages kostet Geld. Und vor allem erhält der Verkäufer die Provision (kann 2 und mehr volle Jahres-Beiträge ausmachen!) zu Vertrags-Beginn.
Verbraucht die Versicherungs-Gesellschaft weniger Kosten als einkalkuliert, kann sie dieses Geld der Gewinn-Beteiligung der Kunden zuführen. Bei einer Aktien-Gesellschaft kann ein Teil auch für die Aktionäre verwendet werden (höhere Dividende). -
Der Sparvorgang
Was nach Abzug des Kostenanteils übrigbleibt, ist der Sparanteil, der breit gestreut am Kapitalmarkt angelegt wird.
Bei einer Kündigung oder bei Ablauf des Vertrages erhält man den Sparanteil und die darauf entfallende Gewinn-Beteiligung ausgezahlt. Bei einer Kündigung wird die Auszahlung meist noch wegen Nicht-Erfüllung des Vertrages gekürzt (Storno-Abzug).
Es ist ein Irrglaube vieler Lebensversicherungs-Kunden, daß, wenn sie 100 EURO Beitrag zahlen, auch 100 EURO angelegt würden. Nein. Angelegt wird nur das, was nach Abzug des Kostenanteils übrig bleibt. Wieviel das aber ist, verheimlichen die Versicherungs-Gesellschaften. Bei 100 EURO Beitrag können das bei einer Gesellschaft 70 EURO, bei einer anderen 80 EURO, bei wieder einer anderen 90 EURO sein.
Kosten für Geschäftsstellen und Vertreter-Büros
Geschäftsstellen, Vertreter, Makler, Innendienst-Verwalter,
Werbung, Vorstand, und vieles mehr - alles kostet Geld. Das
Geld der Versicherten. Es wird alles von den Beiträgen bezahlt.
Einige wenige Versicherungs-Gesellschaften arbeiten ohne
Geschäftsstellen und ohne Außendienst-Verkäufer
(Direktanbieter). Die haben
geringere Kosten und deshalb die Möglichkeit, mehr Geld von
den Kundenbeiträgen in Kapitalanlagen zu investieren.
Ein Direktanbieter kann nur 20% bis 40% der Kosten haben,
die ein Versicherer hat, der Provisionen an Vermittler zahlt.
Darin eingerechnet sind auch die Kosten für Zeitungs- und
Zeitschriften-Werbung, für Mailing-Werbung und so weiter. Es ist kein Zufall, daß bei Vergleichen in Finanz-Zeitschriften
die kostengünstigen Anbieter oft vorne in der Rangliste stehen.
Mit geringeren Kosten läßt sich eben eine höhere Auszahlung
vorrechnen.
Allerdings: Kostengünstige Anbieter stehen am Ende der Laufzeit
nur dann wirklich besser da, wenn sie auch bei der Kapitalanlage
gute Ergebnisse erzielen. Umgekehrt kann eine teure
Versicherungs-Gesellschaft durch eine besonders erfolgreiche
Kapitalanlage ihren Rückstand gegenüber den kostengünstigen,
aber bei der Kapitalanlage weniger erfolgreichen Anbietern
verringern. Das ist jedoch nicht zwingend. Der kostengünstige
Anbieter kann auch bei der Kapitalanlage einer der erfolgreichsten
sein, und der Anbieter mit hohen Kosten kann bei der Kapitalanlage
schlecht abschneiden.
Niemand kann zaubern
Mit Hilfe der Finanz-Mathematik kann man nachweisen,
daß eine teure Versicherungs-Gesellschaft es auch bei
bester Kapitalanlage nicht schaffen kann, in einem Vergleich
aller Anbieter von einem hinteren Rang auf einen der ganz vorderen
Ränge vorzukommen.