Kosten

Was mit dem Beitrag passiert

Den Beitrag einer Privaten Renten-Versicherung splittet die Versicherungs-Gesellschaft intern auf. Der Versicherungs-Kunde merkt davon nichts:

  1. Die Kosten der Versicherungs-Gesellschaft
    Die Versicherungs-Gesellschaft bestreitet alle Kosten für Personal und Geschäftsbetrieb aus den Beiträgen, die die Kunden zahlen. Von jedem Beitrag wird ein Kostenanteil dafür abgezweigt.

    Die Höhe der Kosten, die die Gesellschaft kalkuliert, ist bei fast allen Gesellschaften geheim. Sie wird den Kunden verschwiegen. Die Höhe ist auch nicht festgeschrieben. Der ursprünglich bei der Tarif-Kalkulation veranschlagte Wert kann beliebig überschritten werden. Dann zweigt die Gesellschaft entweder etwas mehr vom Beitrag ab oder reduziert die Gewinn-Beteiligung der Kunden.

    Der Kostenanteil ist nicht über die gesamte Laufzeit des Vertrages konstant. Er variiert. Zu Beginn ist er in der Regel sehr hoch. Grund: Die Einrichtung des Vertrages kostet Geld. Und vor allem erhält der Verkäufer die Provision (kann 2 und mehr volle Jahres-Beiträge ausmachen!) zu Vertrags-Beginn.

    Verbraucht die Versicherungs-Gesellschaft weniger Kosten als einkalkuliert, kann sie dieses Geld der Gewinn-Beteiligung der Kunden zuführen. Bei einer Aktien-Gesellschaft kann ein Teil auch für die Aktionäre verwendet werden (höhere Dividende).
  2.  

  3. Der Sparvorgang
    Was nach Abzug des Kostenanteils übrigbleibt, ist der Sparanteil, der breit gestreut am Kapitalmarkt angelegt wird.

    Bei einer Kündigung oder bei Ablauf des Vertrages erhält man den Sparanteil und die darauf entfallende Gewinn-Beteiligung ausgezahlt. Bei einer Kündigung wird die Auszahlung meist noch wegen Nicht-Erfüllung des Vertrages gekürzt (Storno-Abzug).

    Es i
    st ein Irrglaube vieler Lebensversicherungs-Kunden, daß, wenn sie 100 EURO Beitrag zahlen, auch 100 EURO angelegt würden. Nein. Angelegt wird nur das, was nach Abzug des Kostenanteils übrig bleibt. Wieviel das aber ist, verheimlichen die Versicherungs-Gesellschaften. Bei 100 EURO Beitrag können das bei einer Gesellschaft 70 EURO, bei einer anderen 80 EURO, bei wieder einer anderen 90 EURO sein.



Kosten für Geschäftsstellen und Vertreter-Büros

Geschäftsstellen, Vertreter, Makler, Innendienst-Verwalter, Werbung, Vorstand, und vieles mehr - alles kostet Geld. Das Geld der Versicherten. Es wird alles von den Beiträgen bezahlt.

Einige wenige Versicherungs-Gesellschaften arbeiten ohne Geschäftsstellen und ohne Außendienst-Verkäufer (Direktanbieter). Die haben geringere Kosten und deshalb die Möglichkeit, mehr Geld von den Kundenbeiträgen in Kapitalanlagen zu investieren.
Ein Direktanbieter kann nur 20% bis 40% der Kosten haben, die ein Versicherer hat, der Provisionen an Vermittler zahlt. Darin eingerechnet sind auch die Kosten für Zeitungs- und Zeitschriften-Werbung, für Mailing-Werbung und so weiter. Es ist kein Zufall, daß bei Vergleichen in Finanz-Zeitschriften die kostengünstigen Anbieter oft vorne in der Rangliste stehen. Mit geringeren Kosten läßt sich eben eine höhere Auszahlung vorrechnen.
Allerdings: Kostengünstige Anbieter stehen am Ende der Laufzeit nur dann wirklich besser da, wenn sie auch bei der Kapitalanlage gute Ergebnisse erzielen. Umgekehrt kann eine teure Versicherungs-Gesellschaft durch eine besonders erfolgreiche Kapitalanlage ihren Rückstand gegenüber den kostengünstigen, aber bei der Kapitalanlage weniger erfolgreichen Anbietern verringern. Das ist jedoch nicht zwingend. Der kostengünstige Anbieter kann auch bei der Kapitalanlage einer der erfolgreichsten sein, und der Anbieter mit hohen Kosten kann bei der Kapitalanlage schlecht abschneiden.



Niemand kann zaubern
Mit Hilfe der Finanz-Mathematik kann man nachweisen, daß eine teure Versicherungs-Gesellschaft es auch bei bester Kapitalanlage nicht schaffen kann, in einem Vergleich aller Anbieter von einem hinteren Rang auf einen der ganz vorderen Ränge vorzukommen.