Rendite-Fallen
Faktoren, die die Rendite beeinflussen
Die Einfluß-Faktoren
Kapitalanlage
Kosten
Versicherungsschutz-Kosten
Zillmerung
Zusatz-Versicherungen
wurden bereits beschrieben.
Daneben gibt es weitere Faktoren wie:
- die Art der Verteilung der Kapital-Erträge
- die Art des gewählten Gewinnsystems
-
die Zahlungsweise
Die Beiträge zu einer Kapital-Lebensversicherung sind als
Jahres-Beiträge kalkuliert. Wer halbjährlich,
vierteljährlich, zweimonatlich oder monatlich die Beiträge
zahlt, zahlt automatisch einen
Ratenzahlungs-Zuschlag. Darüber
spricht der Verkäufer oft gar nicht. Der Zuschlag führt zu
einer erheblichen Reduzierung der Rendite. Das können bis
zu 0,3 Prozentpunkte sein. In EURO und Cent sind das nach
zum Beispiel 25 Jahren Laufzeit mehrere Tausend EURO.
Zahlen Sie die Beiträge jährlich im
voraus!
Steuer-Ersparnis und Steuer-Freiheit sind weitere Einfluß-Faktoren.
Der Rückkaufswert
Wenn Sie eine Kapital-Lebensversicherung kündigen, bekommen Sie entweder
nichts zurück oder Sie erhalten eine Auszahlung.
Nichts zurück bekommen Sie, wenn der Vertrag noch nicht lange lief und
die wenigen eingezahlten Beiträge von der Versicherungs-Gesellschaft
allein für die Bestreitung ihrer Kosten verbraucht wurden.
Faustregel: Je höher die Kosten der Versicherungs-Gesellschaft,
desto länger dauert es nach dem Vertrags-Abschluß bis Geld für
die Auszahlung vorhanden ist.
Die Policen der Direktanbieter haben hier meist einen erheblichen Vorteil gegenüber den Policen der Gesellschaften mit Geschäftsstellen und Vertreter-Büros.
Rendite-Killer: Zusatzversicherungen
Die Versicherungs-Gesellschaften bieten mehrere Zusatz-Versicherungen an, die mit der Kapital-Lebensversicherung gekoppelt werden können. Beispiele:
- Auszahlung der doppelten Versicherungssumme, wenn der Tod durch einen Unfall eintritt
- Erhöhung der Versicherungssumme um 25%, 50% oder 100%, um eine höhere Absicherung zu erreichen
- Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit
- Beitragsbefreiung und Renten-Zahlung bei Berufsunfähigkeit
- Zahlung einer Hinterbliebenen-Rente
Jede dieser Leistungen kostet zusätzlich Geld. Die
Versicherung-Gesellschaft zweigt dafür von den Beiträgen
einen höheren Teil als normal ab und vermindert damit den
Sparanteil für die Kapitalanlage. Die Rendite, die man bei
Ablauf aus einer solchen Kapital-Lebensversicherung erhält,
sinkt entsprechend.
In den Medien finden Sie schon mal folgenden Vergleich:
"Versicherungs-Kunde P.M. hat in 25 Jahren 40.000 EURO in eine
Lebensversicherung eingezahlt und nur 45.000 EURO herausbekommen."
Unglaublich. Pfui. Miese Rendite. Abgezockt. Diese oder ähnliche
Reaktionen sollen damit beim Leser ausgelöst werden. Aber: Der Journalist verschweigt seinen Lesern,
daß ein Teil der Beiträge für den Versicherungsschutz verbraucht
wird und nicht angespart wird. In der Regel steckt hinter Aussagen
wie oben, daß der Vertrag eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung
enthält, und möglicherweise noch einen Beitragszuschlag,
weil der Versicherungs-Kunde bei Abschluß des Vertrages
gesundheitlich nicht voll intakt war. Von den 40.000 EURO
Beiträgen sind vielleicht nur 20.000 EURO in die Sparanlage
geflossen. Die anderen Beitrags-Teile wurden für Versicherungsschutz
verwendet. Je mehr und/oder je höher der Versicherungsschutz,
um so mehr wird vom Beitrag dafür abgezweigt. Logisch.
Wieviel genau abgezweigt wird, weiß man nicht, weil die
Versicherungs-Gesellschaften das ja einzeln ausweisen.
Das ist bedauerlich und ärgerlich. Aber es ist kein Grund,
daß ein Journalist durch Weglassen wichtiger Fakten einen
falschen Eindruck erweckt.
Rendite-Falle Zillmerung
(Das folgende Beispiel vereinfacht aus Verständnisgründen
den Ablauf.
Es gilt für Versicherungs-Gesellschaften
mit Außendienst -
es gilt nicht für Direktanbieter, die keine Provisionen an Vermittler
zahlen.
)
Sie schließen eine langlaufende Kapital-Lebensversicherung ab.
Die Versicherungs-Gesellschaft richtet ein Versicherungs-Konto
für den Vertrag ein. Zahlen Sie den ersten Monats-Beitrag, erhält
der nette VersicherungsVerkäufer, der Ihnen zu dem Abschluß geraten
hat, zum Beispiel 1.500 EURO Provision. Das ist kein Druckfehler!
1.500 EURO Provision. (Variiert je nach Gesellschaft, Stellung
des Verkäufers, Laufzeit des Vertrages und Höhe des Beitrages - bei kurzen
Laufzeiten und geringem Monatsbeitrag ist die Provision entsprechend
geringer.)
Die Provision zahlt der Versicherungs-Kunde,
also Sie.
Weil aber kein Versicherungs-Kunde bereit wäre, 1.500 EURO
für die Vermittlung einer Lebensversicherung zu bezahlen,
bucht die Versicherungs-Gesellschaft
direkt nach Vertrags-Abschluß 1.500 EURO
Schulden auf Ihr Versicherungs-Konto.
Dieses Geld gibt sie dem Verkäufer als Provision.
Außerdem bucht die Versicherungs-Gesellschaft die Kosten
für die Einrichtung und die Verwaltung des Vertrages als
Schulden auf Ihr Versicherungs-Konto. Dieses Verfahren nennt
man »Zillmerung« (nach seinem "Erfinder" Zillmer).
Ihre ersten Beiträge werden dazu verwendet, diese Schulden
bei der Versicherungs-Gesellschaft zu tilgen.
Der Verkäufer erzählt davon ... nichts.
Hätten Sie das gedacht?
Sie schließen eine Kapital-Lebensversicherung ab und
dann haben Sie nach der Unterschrift auf einmal
ein paar Tausend EURO Schulden
bei der Versicherungs-Gesellschaft!
Der Verkäufer erzählt davon ... nichts.
Der Verkäufer hat von kostenloser
Beratung gesprochen. Und jetzt zahlen Sie ihm über den Umweg "Versicherungs-Gesellschaft"
ein paar Tausend EURO 'Beratungs-Honorar'.
Der Verkäufer erzählt davon ... nichts.
Erst ab dem 22. Monat ist das Versicherungs-Konto in diesem Beispiel
im Plus, das heißt als Versicherungs-Kunde hätten Sie erst jetzt ein
Guthaben bei dieser Versicherungs-Gesellschaft!
Bei anderen Gesellschaften wäre der Zeitpunkt für ein Plus
auf dem Konto der 20. Monat oder der 25. Monat gewesen. Je
kostenintensiver die Gesellschaft, um so länger dauert es
bis man ein Plus auf dem Konto hat.
Bei Direktanbietern kann es sein, daß man nach zum
Beispiel 8 Monaten ein Plus auf dem Konto hat.
Die fatalen Folgen dieses Systems tragen alleine Sie, der Kunde.
Das sind:
-
Viele Jahre niedrige Rückkaufswerte bei
Kündigung
Da die ersten Beiträge als Provision an den Verkäufer gegeben werden, bekommt man dieses Geld bei einer Kündigung nicht zurück. Kündigt man im 1. oder 2. Jahr gibt es bei vielen Gesellschaften - insbesondere bei denen, die die höchsten Provisionen zahlen - nur sehr wenig oder gar nichts zurück.
Der Verkäufer erzählt davon ... nichts. -
Rendite-Verlust
Auch wenn Sie den Vertrag durchhalten, verlieren Sie durch dieses Verfahren viel Geld. Die ersten Beiträge bringen normalerweise die höchsten Gewinne, da sie am längsten für die Kapitalanlage zur Verfügung stehen. Wenn die ersten Beiträge aber für Provisionen und andere Kosten verbraucht und nicht angelegt werden, können sie keine Gewinne einbringen.
1.500 EURO Provision, die der Vertreter in diesem Beispiel beim Abschluß von Ihren Beiträgen erhält, führen bei einem Vertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren zu einem Verlust für Sie einschließlich der verlorenen Gewinn-Beteiligung von insgesamt 11.500 EURO. (Entspricht bei 3,2% Inflation jährlich in 30 Jahren einer Kaufkraft, wie sie heute 4.650 EURO haben.)
Der Verkäufer erzählt davon ... nichts.