Rendite
Wieviel vom Gewinn der Kunde abbekommt
Die Versicherungs-Gesellschaften sind gesetzlich verpflichtet,
90% des Netto-Gewinns aus den Kapitalanlagen den Kunden als
Gewinn-Beteiligung zukommen zu lassen. Hinterlistig verweisen
einige gerne, daß sie bis zu 97% an die Kunden weiter geben
würden. Doch Vorsicht! Das ist oft Augenwischerei. Tatsächlich,
so stellte die Aufsichts-Behörde, das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen
schon vor Jahren fest, würden bei einigen Versicherern sogar
nur etwa 80% bei den Versicherungs-Kunden ankommen!
Der Unterschied zwischen 97% und 80% beruht auf unterschiedlichen
bilanz-technischen Rechen-Methoden. Die Versicherungs-Konzerne können
den Netto-Gewinn 'runter-rechnen' - zu Lasten der Kunden, zur Freude
der Aktionäre (falls es eine Aktien-Gesellschaft und kein
Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist).
Wie hoch die Rendite in Zukunft sein wird, ist natürlich nicht
bekannt. Aber ein Beispiel aus der Vergangenheit veranschaulicht
das ganze.
Konkretes Zahlen-Beispiel aus der Vergangenheit
Abschluß 1975, Laufzeit 25 Jahre, Auszahlung 2000, 100 EURO Monats-Beitrag
Der mögliche Netto-Gewinn aus den Kapitalanlagen lag in der
Vergangenheit im 25-Jahres-Zeitraum von 1975-2000 bei 7,28%
durchschnittlich (Quelle: Kronenberg-Rendite-Studie).
In den 25-Jahres-Zeiträumen davor
(1970-1995 / 1971-1996 /
1972-1997 / 1973-1998 / 1974-1999) lag sie
geringfügig darüber, etwa bei 7,4% bis 7,5%. Sie ist
von Jahr zu Jahr gesunken, weil sich in den letzten
Jahren das niedrige Zins-Niveau am deutschen Rentenmarkt
(= Markt für verzinsliche Wertpapiere) immer stärker
renditemindernd auswirkt.
Die Rendite des Sparanteils
Weist also ein Versicherer diese 7,28% aus, stehen
dem Kunden 90% davon gesetzlich zu. Das wären circa
6,6%. Diese 6,6% ist sozusagen die 'Rendite des Sparanteils'.
Die Rendite der Geldanlage 'Kapital-Lebensversicherung'
Allerdings sei noch einmal daran erinnert, daß diese
Verzinsung nicht auf den vollen Beitrag gezahlt wird,
sondern nur auf den Teil des Beitrages, der nach Abzug
der Kosten für die Kapitalanlage übrigbleibt (sogenannter
Sparanteil). Die 6,6% werden zum Beispiel bei einem
Monats-Beitrag von 100 EURO auf den Sparanteil von 85
EURO gezahlt. Die restlichen 15 EURO vereinnahmt die
Versicherungs-Gesellschaft als Kosten für Verwaltung
und Bereitstellung des Versicherungsschutzes.
85 EURO X 12 Monate x 25 Jahre x 6,6% p.a.
= 63.105 EURO (gerundet)
Auszahlung an den Kunden
Die Rendite der Geldanlage 'Kapital-Lebensversicherung'
errechnet sich, indem man die Gewinn-Beteiligung ins
Verhältnis zur Sparrate von 100 EURO (Monats-Beitrag)
setzt.
100 EURO X 12 Monate x 25 Jahre x 5,5% p.a.
= 63.105 EURO (gerundet)
Diese 5,5% ist die Rendite, die der Kunde dieser Kapital-Lebensversicherung
tatsächlich erhält.
Anmerkung:
In der Kapital-Lebensversicherung steckt neben der Geldanlage
eine 'Risiko-Lebensversicherung'. Wer also die Rendite einer
Kapital-Lebensversicherung mit der Rendite einer anderen
Geldanlage vergleichen möchte, müßte bei dieser anderen
Geldanlage noch die Kosten einer 'Risiko-Lebensversicherung'
berücksichtigen, wenn er exakt vergleichen will. Spielt allerdings der Versicherungsschutz keine Rolle
in der Überlegung (man sucht die Geldanlage mit der
besten Rendite, unabhängig davon, ob diese Geldanlage
noch mehr Leistungen beinhaltet), kann man bei einem
Vergleich die in der Kapital-Lebensversicherung eingebaute
'Risiko-Lebensversicherung' unberücksicht lassen.
Renditesteigernd - Renditemindernd
Etwas besser wäre die Rendite, wenn der Versicherer nicht nur
das gesetzlich festgelegte Minimum von 90%, sondern mehr ausschüttet.
Besser wäre die Rendite auch, wenn der Versicherer nicht nur
85 von 100 EURO, sondern zum Beispiel 90 EURO in die Kapitalanlage
hätte geben können (also wenn er noch kostengünstiger gewesen wäre).
Besser wäre die Rendite auch, wenn der Versicherer nicht nur die
durchschnittliche Rendite von 7,28% am Kapitalmarkt erwirtschaftet
hätte, sondern zum Beispiel 7,5%. Allerdings muß man hier klar darauf
hinweisen, daß die staatlichen Vorschriften für die Art der Kapitalanlage
dazu geführt haben, daß es in der Vergangenheit langfristig nur
Unterschiede von ein paar Zehntel Prozent geben konnte.
Aber das ganze geht natürlich nicht nur in eine Richtung. Höhere
Kosten und/oder ein um ein paar Zehntel Prozent schlechteres
Kapitalanlage-Ergebnis führen dann zu einer Rendite von weit unter
5%.
Die Zuteilung der Gewinne
Zeitnahe Beteiligung an den erwirtschafteten Gewinne
Die Versicherer schütten nicht den gesamten Gewinn, der
für die Kunden ermittelt wird, sofort aus. Sprich: Nur ein
Teil wird direkt dem Versicherungs-Konto der Kunden gutgeschrieben.
Den anderen Teil sammeln sie in einer Art "Zwischenspeicher".
Beispiel: Von 100 Millionen EURO Gewinn werden 90 Millionen EURO
sofort auf die Versicherungs-Konten der Kunden verteilt
(sprich "gutgeschrieben"). 10 Millionen EURO werden in einem Zwischenspeicher
"geparkt".
Die sofort gutgeschriebene Gewinn-Beteiligung kann die
Versicherungs-Gesellschaft den Kunden nicht mehr wegnehmen.
Das Geld gehört jetzt tatsächlich den Kunden.
Das Geld im Zwischenspeicher dagegen gehört noch immer der
Versicherungs-Gesellschaft.
Warum machen Versicherungs-Gesellschaften das so?
Besonders in den Jahren, in denen hohe Gewinne am Kapitalmarkt
erzielt werden, stecken viele Versicherungs-Gesellschaften
(aber nicht alle) einen ordentlichen Batzen davon in diesen
Zwischenspeicher. Er hat zwei Aufgaben:
-
Es gibt auch immer wieder Jahre, in denen am Kapitalmarkt
nur geringe Gewinne erzielt werden. Entsprechend niedrig
fällt in solchen Jahren eigentlich die Gewinn-Beteiligung
für die Kunden aus.
Versicherungs-Gesellschaften, die einen prall gefüllten Zwischenspeicher haben, nehmen dann Geld aus diesem "Topf" und päppeln damit die Gewinn-Beteiligung auf.
-
Beispiel
Im Jahr 2001 konnten die Versicherungs-Gesellschaften bei der Anlage des Sparanteils der Beiträge teilweise nur noch 5% Gewinn am Kapitalmarkt erwirtschaften.
Hat eine Versicherungs-Gesellschaft aus besseren Kapitalmarkt-Jahren noch Geld im Zwischenspeicher geparkt, kann sie jetzt davon einen Teil nehmen und es an die Kunden geben. Sie kann die 5% damit zum Beispiel auf 6% oder 7% "hoch-päppeln".
Allerdings sollte man sich klar machen, daß das nicht so wohltäterisch ist, wie es auf viele wirkt. Die Versicherungs-Gesellschaft macht ja nichts anderes, als Geld, das sie zuvor den Kunden vorenthalten hat, um es in den Zwischenspeicher zu stecken, nun nachträglich doch den Kunden zu geben. Genau für diesen Zweck hatte sie es ja gebunkert.
Aber:
Andere Versicherungs-Gesellschaften dagegen haben gar nicht erst so viel in den Zwischenspeicher gesteckt, sondern es den Kunden schon Jahre zuvor auf den Konten gutgeschrieben. Das heißt, die Kunden dieser Versicherer haben ihre Gewinn-Beteiligung längst schon auf dem Konto.
Die Versicherungs-Gesellschaften, die besonders viel im Zwischenspeicher gebunkert haben, sind also keinen Deut besser als die anderen. Leider tun einige aber so und versuchen, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen.
-
Unredliches Geprahle
Versicherer mit Zwischenspeicher-Methode wirbt:
"Wir müssen nicht wie viele unserer Wettbewerber die Gewinn-Beteiligung von 7% auf 5% senken."
So etwas nennt man "halbe Wahrheit".
Richtig wäre doch folgende - ehrliche - Aussage:
"In den Jahren, in denen unsere Wettbewerber 9% an die Kunden gezahlt haben, haben wir nur 7% ausgeschüttet und 2% erst einmal den Kunden vorenthalten. Und diese gebunkerten 2% geben wir unseren Kunden nun nachträglich. Damit erhalten unsere Kunden viel später das, was die Kunden der anderen Wettbewerber schon Jahre vorher bekommen haben." -
Wer einen Teil der Kapitalmarkt-Gewinne zwischenparkt,
kann dieses Geld durch bilanztechnische, vom Gesetzgeber
geduldete Tricks, verschwinden lassen, und somit endgültig
der Gewinn-Beteiligung der Kunden entziehen.
Oder er kann es für Kosten, die höher als ursprünglich kalkuliert ausfallen, verwenden (Stichwort: Kosten-Mißmanagement).
Tja, man kann ein und denselben Vorgang eben je nach eigenem Standpunkt positiv oder auch negativ formulieren.
Übrigens:
Wer jetzt vorhat, eine neue Kapital-Lebensversicherung abzuschließen,
und hofft, daß er bei einem solchen "Bunker"-Versicherer sofort die
angeblich höhere Gewinn-Beteiligung bekommt, irrt gewaltig:
Die ersten Beiträge gehen ja vor allem für Kosten "flöten", sprich
die ersten Beiträge nehmen an der Gewinn-Beteiligung gar nicht teil!
Und wenn nach zum Beispiel 12 bis 18 Monaten vom Beitrag erstmals
Geld angelegt wird, hat auch der "Bunker"-Versicherer nichts mehr,
was er aus dem Bunker holen könnte. Das "Bunker"-Geld reicht ja
nur kurze Zeit zur Aufpäppelung der niedrigen Kapitalmarkt-Erträge.
Und dann muß auch der "Bunker"-Versicherer die Gewinn-Beteiligung
kürzen.
Und die Kunden der anderen Versicherer, die nichts oder nur wenig
von der Gewinn-Beteiligung im Bunker parken, sondern es direkt
den Kunden geben, müssen sich auch nicht grämen: Sie haben doch
das Geld längst bekommen, was die Kunden der "Bunker"-Versicherer
erst jetzt erhalten. Sie stehen sogar besser dar, weil sie das
Geld um einige Jahre eher bekommen haben. Es ist sinnvoll auf unabhängigne Portalen Ihre Lebensversicherung zu
vergleichen und so die ideale zu finden.
Rendite-Vergleich
Mangels Kenntnis der Zukunft bleibt erst einmal nur der Blick zurück in die Vergangenheit. Mit über 6% Rendite vor und nach Steuern lagen die besten Kapital-Lebensversicherungen im Vergleich mit konkurrierenden Sparanlagen der Banken und Sparkassen, mit Rentenfonds oder verzinslichen Wertpapieren ganz ordentlich. Wenn man diese Sparanlagen mit einer Risiko-Lebensversicherung kombiniert hätte, hätten sie nicht mehr oder nicht viel mehr geschafft. Die Kosten für den Todesfallschutz hätten die Rendite der Fonds und der Wertpapiere beachtlich geschmälert.
| Sparanlage | Rendite ohne Versicherungsschutz |
Rendite mit Versicherungsschutz |
| Bundesschatzbriefe Typ A | 7,07% | 6,18% |
| Bundesschatzbriefe Typ B | 7,39% | 6,51% |
| Rentenfonds-Sparvertrag Deutscher Rentenfonds |
7,27% | 6,39% |
| Pfandbriefe | 7,61% | 6,7% |
| Kapital-Lebensversicherung Top-Anbieter |
----- | 6,3% bis 6,7% |
| Kapital-Lebensversicherung mittelmäßige Anbieter |
----- | 5,4 % bis 6,2% |
| Kapital-Lebensversicherung schlechte Anbieter |
----- | ... bis 5,30% |
Zeitraum 25 Jahre (1970-1995)
Quelle: Kronenberg-Rendite-Studie
Die Kapital-Erträge der meisten Geldanlage-Angebote unterliegen der Besteuerungs-Pflicht.
Kapital-Erträge gehören - oberhalb einer geringen Freigrenze - zum steuerpflichtigem Einkommen.
Durch die Steuerabzüge auf Kapital-Erträge
hätte ein Sparer - ehrliche Angabe in der Steuererklärung vorausgesetzt -
oft sogar weniger gehabt als bei einer mittelmäßigen Lebensversicherung.
Der Steuer-Freibetrag für Zinserträge war bis 1993 gering.
Sowohl die kosten- und gebührenfreien staatlichen Bundesschatzbriefe - hochgelobt in
fast jeder Medien-Veröffentlichung - als auch der in der Vergangenheit
beste deutsche Rentenfonds lagen in
Kombination mit der billigsten Risiko-Lebensversicherung in der
Rendite hinter der besten deutschen Kapital-Lebensversicherung. Pfandbriefe in Kombination mit der
billigsten Risiko-Lebensversicherung lagen etwa gleichauf.
Bei einer Laufzeit von 25 Jahren reduzierte der Einschluß einer
Risiko-Lebensversicherung beim billigsten Anbieter die Rendite
jeder Sparanlage in der Vergangenheit um immerhin bis zu 0,9 Prozentpunkte.
Und das, obwohl der günstigste Fall unterstellt wurde, nämlich der
Abschluß der Risiko-Lebensversicherung beim damals billigsten Anbieter.
Die Masse der Versicherungssparer hätte aber damals die
Risiko-Lebensversicherung nicht beim billigsten Anbieter abgeschlossen sondern
bei der Gesellschaft, bei der sie die Kapital-Lebensversicherung
abgeschlossen hatten. Weil die Risiko-Lebensversicherung dieser Anbieter
teurer war als die der billigsten Gesellschaft, hätte der Rendite-Verlust
sogar zwischen 1,0 und 1,5 Prozentpunkte gelegen.
Für die Masse der Versicherungssparer stellt sich daher die Frage:
Hätte man eine höhere Rendite erzielen können, wenn man damals beim
Allianz-Vertreter, oder beim Volksfürsorge-Vertreter oder beim Vertreter
einer der vielen anderen Gesellschaften eine Risiko-Lebensversicherung
gekauft hätte und den Rest der Spargroschen in Bundesschatzbriefe oder
Rentenfonds-Anteile investiert hätte?
-
Vergleichs-Maßstab Allianz Versicherung
Für die Allianz Versicherung ist in der Kronenberg-Rendite-Studie der Fall berechnet worden. Das Ergebnis verblüfft alle: die Medien, die Verbraucherschützer, die Verkäufer, die Versicherungs-Unternehmen:
Die Allianz Kapital-Lebensversicherung hatte eine bessere Rendite als die Kombination aus Bundesschatzbriefen und Allianz Risiko-Lebensversicherung. Und dieses Ergebnis gilt für viele andere Versicherer.
Nicht vergleichbare Anlageformen, deren Ertrag überwiegend aus
Kursgewinnen resultiert, wie Aktien
und Aktienfonds
und andere spekulative Anlageformen haben in einigen Zeiträumen (aber
nicht in allen) eine bessere Rendite zustande gebracht, wie folgendes
Beispiel zeigt:
Alter/Geschlecht: 35-jähriger Mann
Laufzeit: 25 Jahre
Monatsbeitrag: 300 EURO
Fonds: Fondak (ADIG Investment)
Risiko-LV: Hannoversche Leben
Kapital-LV: Hannoversche Leben
Steuersatz: 40%
Hinweis:
Fondak wurde für dieses Beispiel aus zwei Gründen gewählt:
Da er von den deutschen Fonds am längsten existiert (seit 1950),
lassen sich viele 25-Jahres-Zeiträume darstellen.
Aufgrund seiner im Vergleich zu anderen Aktienfonds nur mittelmäßigen
Wert-Entwicklung ist er ein Beleg dafür, daß nicht jeder Aktienfonds
besser als eine der besten Lebensversicherungen war.
Vergleichs-Fazit
Wenn Sie bei einem der besten Versicherer abschließen, werden
Sie mit einer Rendite rechnen können, die auf dem Niveau sicherer
Geldanlagen liegt. Machen Sie nicht den Fehler, den Lebensversicherte
in den letzten 40 Jahren millionenfach gemacht haben: Bei
einem Versicherungs-Unternehmen mit hohen Kosten und schlechten
Rückkaufswerten (wichtig im Fall der Kündigung) abzuschließen.
Faustformel: Je kostenträchtiger ein Versicherungs-Unternehmen arbeitet,
desto weniger Rendite bleibt für die Kunden übrig. Wichtig ist dass Sie sich gründlich über die
verschiedenen Rendite Angebote informieren.