Kosten

Kosten für Geschäftsstellen und Vertreter-Büros

Geschäftsstellen, Vertreter, Makler, Innendienst-Verwalter, Werbung, Vorstand, und vieles mehr - alles kostet Geld. Das Geld der Versicherten. Es wird alles von den Beiträgen bezahlt.

Einige wenige Versicherungs-Gesellschaften arbeiten ohne Geschäftsstellen und ohne Außendienst-Verkäufer (Direktanbieter). Die haben geringere Kosten und deshalb die Möglichkeit, mehr Geld von den Kundenbeiträgen in Kapitalanlagen zu investieren.
Ein Direktanbieter kann nur 20% bis 40% der Kosten haben, die ein Versicherer hat, der Provisionen an Vermittler zahlt. Darin eingerechnet sind auch die Kosten für Zeitungs- und Zeitschriften-Werbung, für Mailing-Werbung und so weiter.
Es ist kein Zufall, daß bei Vergleichen in Finanz-Zeitschriften die kostengünstigen Anbieter oft vorne in der Rangliste stehen. Mit geringeren Kosten läßt sich eben eine höhere Auszahlung vorrechnen.
Allerdings: Kostengünstige Anbieter stehen am Ende der Laufzeit nur dann wirklich besser da, wenn sie auch bei der Kapitalanlage gute Ergebnisse erzielen. Umgekehrt kann eine teure Versicherungs-Gesellschaft durch eine besonders erfolgreiche Kapitalanlage ihren Rückstand gegenüber den kostengünstigen, aber bei der Kapitalanlage weniger erfolgreichen Anbietern verringern. Das ist jedoch nicht zwingend. Der kostengünstige Anbieter kann auch bei der Kapitalanlage einer der erfolgreichsten sein, und der Anbieter mit hohen Kosten kann bei der Kapitalanlage schlecht abschneiden.

Niemand kann zaubern
Mit Hilfe der Finanz-Mathematik kann man nachweisen, daß eine teure Versicherungs-Gesellschaft es auch bei bester Kapitalanlage nicht schaffen kann, in einem Vergleich aller Anbieter von einem hinteren Rang auf einen der ganz vorderen Ränge vorzukommen.

Grund: Für die Kapitalanlage macht der Gesetzgeber bei der Wahl der Anlageformen Vorschriften. Das weitaus meiste Geld muß in verzinsliche Geldanlagen investiert werden. Und bei verzinslichen Geldanlagen sind nach 20 oder 30 Jahren die Rendite-Unterschiede gering. Wie ein Vergleich der langfristigen Renditen deutscher Rentenfonds zeigt, sind es nur wenige Zehntel Prozentpunkte, die die besten von den schlechten trennen. Und die Anlage in Zins-Papieren durch die Versicherungs-Gesellschaften entspricht der Anlage in einem Rentenfonds.

Bei der Kosten-Betrachtung dagegen gibt es Unterschiede, die bis zu zwei Prozentpunkte Rendite-Unterschied ausmachen. Eine Tabelle dazu finden Sie in einem der folgenden Artikel dieses Themas.

Daraus schlußfolgert sich, daß die Kosten-Betrachtung wesentlich wichtiger ist als die Kapitalanlage-Betrachtung.

Teure Anbieter und deren Verkäufer finden das naturgemäß nicht gut und tun alles, dies zu verwischen. Und auch einige sogenannte Computer-Vergleichs-Anbieter mögen das gar nicht gerne und tun alles, um davon abzulenken. Sie leben vom Verkauf der Vergleichs-Software an Versicherungs-Verkäufer, vorzugsweise Versicherungs-Makler und Mehrfach-Agenten. Und viele von denen bekommen von den teuren Versicherern sehr viel höhere Provisionen als von kostengünstigen Versicherern. Von einigen kostengünstigen Versicherern bekommen sie sogar keinen Cent und vermitteln daher deren Lebensversicherungen nicht. Sie können sich vorstellen, daß es nicht verkaufsfördernd ist, wenn die kostengünstigen Versicherer an der Tabellenspitze auftauchen während teurere, von den Maklern eigennützig aus Provisions-Gründen bevorzugte Anbieter auf schlechteren Rängen angesiedelt sind.


Einzelheiten zur Problematik von Vergleichs-Software

 

Die Kosten für den Versicherungsschutz

Nach dem Prinzip »Einer für alle - alle für einen« wird von jedem Beitrag auch ein Teil abgezweigt, der dazu dient, die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme an Bezugsberechtigte verstorbener Versicherter auszuzahlen. Dieser Risikoanteil ist um so höher, je älter man bei Abschluß der Versicherung ist und je länger die Laufzeit des Vertrages ist.

Wer im Alter von 50 Jahren eine Kapital-Lebensversicherung abschließt, bekommt eine viel niedrigere Rendite als ein 20- oder 30-jähriger. Der Risikoanteil ist einfach zu hoch, der Sparanteil zu gering.

Bei Männern kostet der Versicherungsschutz aufgrund der höheren Sterblichkeit etwas mehr als bei Frauen. Deshalb ist die Rendite einer Kapital-Lebensversicherung für Männer niedriger als die für Frauen.


Auswirkungen veränderter Sterblichkeit auf die Rendite
Während der Laufzeit von Kapital-Lebensversicherungen sterben heute weniger Menschen als in der Vergangenheit (Statistik). Die Folge: Es wird heute weniger vom Beitrag für Sterbefälle abgezweigt als früher, was zu einem höheren Sparanteil führen kann.

 

Auswirkung der Kostenunterschiedeauf die Rendite

Die folgende Tabelle zeigt, wie sehr die Rendite, die der Kunde letztlich bekommt, von der Höhe der Kosten eines Versicherers abhängt.

Eintrittsalter 35 Jahre, 25 Jahre Laufzeit, 100 EURO Monats-Beitrag

Wenn die Versicherungs-Gesellschaft
für Kosten und Versicherungsschutz
folgenden Betrag verbraucht,
und diesen Betrag am Kapitalmarkt anlegt, und eine Durchschnitts-Nettoverzinsung am Kapitalmarkt von 7,28% (*) erzielt,
bleibt für den Kunden diese Rendite übrig
10 EURO 90 EURO
6,62%
15 EURO 85 EURO 6,23%
20 EURO 80 EURO 5,82%
25 EURO 75 EURO 5,37%
30 EURO 70 EURO
4,89%

7,28% betrug die mögliche durchschnittliche Nettoverzinsung der typischen Kapitalanlagen einer Lebensversicherung im Zeitraum 1975-2000
(Quelle:  Kronenberg-Rendite-Studie)

Die Frage ist, ob es Versicherer gibt, die in der Vergangenheit tatsächlich 30% des Beitrages für ihre eigenen Kosten verbraucht haben. Die Antwort: Einige Versicherer haben sogar mehr als 30% für Kosten verbraucht.

Die Versicherer werden von Zeit zu Zeit aufgefordert, für Vergleiche in Finanz-Zeitschriften die Vergangenheits-Leistungen bekannt zu geben. Dabei kam für die Vergangenheit heraus, daß bei einigen die Rendite, die der Kunde erhielt, nur bei rund 4,0% lag. Die Durchschnitts-Verzinsung der Kapitalanlagen selbst betrug aber wie bei den besten Versicherern über 7%.

Hinweis: Es gibt staatliche Vorschriften für alle deutschen Versicherer für die Art der Kapitalanlage. Diese Vorschriften führten dazu, daß es langfristig über Jahrzehnte nur marginale Unterschiede bei den Kapitalanlage-Ergebnissen der Versicherer gab.

Die Schlußfolgerung:

Daraus ergibt sich, daß die Versicherer mit der schlechten Rendite ganz einfach viel weniger von den Beiträgen angelegt haben als die guten Versicherer. Während die kostenintensiven nur 32 EURO oder 35 EURO von 50 EURO Beitrag in die Kapitalanlage gegeben haben (der Rest war für Kosten 'verpulvert' worden), haben die kostengünstigen bis zu 46 EURO von 50 EURO in die Kapitalanlage geben können.