Die besten Policen
Die beste Kapital-Lebensversicherung ist die, die
- sehr niedrige Kosten hat
- die höchsten Kapital-Erträge am Kapitalmarkt erzielt
- bei einer Kündigung der Police am meisten auszahlt
Rendite-Falle: Kündigung
Punkt 3 kann man bei Abschluß in Erfahrung bringen. Die Anbieter
haben sogenannte Rückkaufswert-Tabellen (oder Rückvergütungs-Tabellen),
wo das drin steht.
Punkt 3 ist deshalb sehr wichtig: Obwohl jeder mit dem Willen
abschließt, die gesamte Laufzeit bis zum Ende durchzuhalten,
kündigt erfahrungsgemäß jeder Zweite vorzeitig die Police!
Bei vielen Gesellschaften ist die Rendite bei Kündigung extrem
schlecht. Direktanbieter, so zeigen Vergleiche, haben mit die
höchsten Rückzahlungen.
Rendite-Falle: Kosten
Punkt 1 ist zwar eine Unbekannte - die Kosten der nächsten
Jahrzehnte weiß man nicht genau - aber das läßt sich ganz gut
aus der Vergangenheit ableiten. Anbieter mit vielen Mitarbeitern,
Filialen und Provisions-Verkäufern haben erfahrungsgemäß viel
höhere Kosten als zum Beispiel ein Direktanbieter. Damit aus
einem teuren Versicherer ein "Kosten-Zwerg" würde, müßte er 90%
seiner Leute entlassen und die Filialen dicht machen.
Wer übrigens meint, viele Filialen bedeute auch guten Service,
sollte sich vor Augen halten, daß der - nach dem Abschluß -
bei einer Kapital-Lebensversicherung recht selten gebraucht wird.
Rechtfertigt das eine mehrere ZehnTausend EURO geringere Auszahlung
bei Ablauf? So viel kann das nämlich sein wie Auszahlungs-Vergleiche
in der Vergangenheit ergaben (je nach Laufzeit, Beitragshöhe,
Alter bei Abschluß, Geschlecht und Gesellschaft).
Es ist wichtig bei unabhängigen Anbietern die Lebensversicherung zu vergleichen.
Die Kosten drücken enorm auf die Rendite. Untersuchungen für
die Kronenberg-Rendite-Studie
haben schon 1995 ergeben, daß die Kosten die Rendite um bis
zu 2 Prozentpunkte schmälern können. Die Unterschiede bei den
Kapital-Erträgen lagen in der Vergangenheit dagegen bei nur
etwa 0,5 Prozentpunkten.
Aus den Rückkaufswert-Tabellen läßt sich auch gut auf die Kosten
rückschließen. Wer im Vergleich mit der Konkurrenz eine ordentliche
Auszahlung bei einer Kündigung bietet, hat in der Regel auch
entsprechend geringere Kosten.
"Liebling, ich habe doch eine Lebensversicherung
für Dich abgeschlossen.
Du brauchst jetzt nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit
zum Arzt zu gehen."
Kapital-Erträge
Die Kapital-Anlage der Versicherungs-Gesellschaften
unterliegt gesetzlichen Vorschriften. Überwiegend muß in Zins-Anlagen
investiert werden. Bis zu 35% der Kapitalanlage-Beträge darf in
Aktien und ähnlich spekulativen Anlagen investiert werden. Auf
lange Zeiträume gesehen - wie bei einer Kapital-Lebensversicherung
üblich - gleichen sich da Ertrags-Schwankungen zwischen den
Gesellschaften ziemlich aus.
In einzelnen Jahren dagegen kann es enorme Unterschiede geben,
zumal ein hoher Aktien-Anteil kurzfristig größeren Wert-Schwankungen
ausgesetzt ist.
Hier kann es dann durchaus beachtliche Unterschiede geben.
Welche der rund 100 Versicherungs-Gesellschaften in 20, 30 oder mehr
Jahren die beste Kapital-Anlage haben wird, ist absolut offen.
Wieviel Rendite ist drin?
Aufgrund der mangelnden Erfahrung mit der Zukunft werfen
wir mal einen Blick in die Vergangenheit. Für einen 35-jährigen
Mann, 25 Jahre Laufzeit, 150 EURO Monatsbeitrag, ergaben sich
folgende Leistungen:
| Die besten | schafften bisher eine jährliche Rendite von |
6,0% bis 6,7% |
| Die mittelmäßigen | " | 5,0% bis 5,9% |
| Die schlechten | " | 3,5% bis 4,9% |
Bei höherem Abschlußalter ist die Rendite geringer, bei geringerem
Abschlußalter etwas besser als oben angegeben.
Wie sich das in Zukunft darstellen wird, ist ungewiß. Weitere
Rationalisierungs-Einsparungen und eine geringere Sterblichkeit
können zu höheren Renditen führen, sofern die Kapital-Erträge
ähnlich wie in den letzten Jahrzehnten sein werden. Sollte aber
das Zins-Niveau bei den Zins-Anlagen in den nächsten Jahrzehnten
niedriger sein, würde das die Rendite schmälern. Wird in Zukunft
mehr in spekulative Anlagen investiert (der Aktien-Boom in den
letzten Jahren verführt dazu), kann das Ergebnis erheblich anders
als heute aussehen.
Es fällt auf, daß in den letzten Jahren einige
Versicherungs-Gesellschaften erheblich mehr in Aktien
als früher investieren. Nicht zuletzt hoffen sie dadurch,
die Niedrigzins-Phase bei den Zins-Anlagen besser zu überstehen.
Das kann gutgehen - oder auch nicht.
Auch ist zu beobachten, daß kostenträchtige
Gesellschaften gerne ihr Heil darin suchen, über den
verstärkten Kauf von Aktien und deren erhoffte höhere Rendite
gegenüber Zinspapieren Kosten-Nachteile wettzumachen. Das kann
gutgehen - oder auch nicht.
Die Beispielrechnungen, die Verkäufer gerne beim
Verkaufs-Gespräch präsentieren, sind im Prinzip nichts wert.
Sie sind Makulatur. Das liegt daran, daß hier die für
das laufende Jahr festgelegte Gewinn-Beteiligung einfach
auf die gesamte Laufzeit »hochgerechnet« wird.
Beispiel :
Eine Versicherungs-Gesellschaft verkauft ein oder zwei
Immobilien oder ein Aktienpaket. Das puscht das
Kapitalanlage-Ergebnis in diesem einen Jahr einmalig hoch.
Unsinnig ist es dann aber, mit diesem Ergebnis auf Jahrzehnte
hochzurechnen.