Vergleich mit Kapitallebensversicherung
Bei der Fonds-Police wird der Sparanteil der Beiträge in Investmentfonds-Anteilen
im Rahmen des Angebotes nach den Wünschen des Kunden investiert.
Bei der Kapital-Lebensversicherung wird der Sparanteil der Beiträge
vom Vermögensverwalter der Versicherungs-Gesellschaft investiert. Dabei
muß er die staatlichen Vorschriften für die Wahl der Kapital-Anlageformen
einhalten.
Würde man bei der Fonds-Police die Anlage in Rentenfonds (Zinsanlagen)
und Immobilienfonds wählen, hätte die Fonds-Police eine ähnliche
Rendite wie die Kapital-Lebensversicherung, die auch zu 70% bis
90% in Zinsanlagen und Immobilien investiert.
Die Chance auf eine höhere Rendite bietet die Fonds-Police nur dann,
wenn man sich für die Anlage in Aktienfonds
entscheidet (Aktienfonds-Lebensversicherung oder
Aktien-Fonds-Police).
Das ist aber keine Einbahnstraße. Neben der Chance auf höhere
Renditen muß man auch ein höheres Risiko auf niedrigere Renditen
in Kauf nehmen. Das verharmlosen viele Verkäufer mit auswendig
gelernten raffinierten Argumenten.
Unvergleichliches vergleichen
Wenn man aber bei der Fonds-Police von einer Anlage in Aktienfonds
ausgeht, verbietet sich der Vergleich mit der Kapital-Lebensversicherung,
weil beide überwiegend in ganz unterschiedliche Anlageformen investieren,
die aufgrund des unterschiedlichen Risiko-Charakters unvergleichbar
sind.
Dichtung und Wahrheit
Die Verkäufer stört das nicht, sie machen trotzdem permanent diesen
Vergleich. Aus deren Sicht ist das ja auch verständlich. Sie werben
damit, daß bei der Fonds-Police die Rendite höher sei. Sie tun so,
als sei das quasi sicher. Sie behaupten sogar - viele sind so dumm,
daß sie es guten Glaubens behaupten, weil sie es wirklich nicht besser
wissen - daß die Rendite von Aktienfonds langfristig in der Vergangenheit
immer besser gewesen sei. "Es gibt natürlich auch
mal Rückschläge an der Börse. Aber langfristig bringen Aktien am
meisten" wollen diese schlimmen Finger unter den Verkäufern
ihren Kunden weismachen. Solche Sprüche schnappen sie auch immer wieder
aus der Finanz-Presse auf. Nur garantieren wollen sie
es nicht - obwohl sie ja behaupten, daß die bessere Rendite
»so gut wie garantiert« sei.
In der
Langzeit- und Altersvorsorge-Rendite-Studie
wurde nachgewiesen, daß die »Theorie von der langfristig
generell höheren Rendite« unwahr ist. Es gab, so belegt die
Studie, in der Vergangenheit auch langfristige Zeiträume, wo
Aktienfonds klar schlechter als Kapital-Lebensversicherungen waren.
Und wo man bis zu 10 Jahre nach Ablauf darauf warten mußte, daß
Kurssteigerungen an den Aktienmärkten zu einer passablen Rendite
führten. Damit wurde gleichzeitig die Mär widerlegt, man müsse bei
niedrigen Aktienkursen nur ein paar Jahre warten, bis die nächste
Hausse die Rendite nach oben pusche.
Es ist übrigens für Anbieter und Verkäufer ein leichtes,
bunte Schaubildchen zu gestalten, die zwar deren Märchen-Aussagen,
aber eben nicht die volle Wahrheit widerspiegeln.
Die Wahrheit ist so einfach:
Wenn die gewählten Aktienfonds während der Laufzeit eine bessere
Rendite als Zinsanlagen haben, ist die Aktienfonds-Lebensversicherung
besser als eine Kapital-Lebensversicherung, und wenn nicht, dann
nicht.
Ein Beispiel
Die Kapital-Lebensversicherung schafft zum Beispiel eine Rendite
von um die 7%. Dann besteht bei der Aktienfonds-Lebensversicherung
die Chance auf 8% und mehr - und es besteht das Risiko auf 6% und
weniger.
Wahrscheinlichkeiten
Wie hoch die Chance oder das Risiko ist, läßt sich nicht ausrechnen.
Es läßt sich auch nicht aus der Entwicklung der Vergangenheit ableiten.
Daß viele »Experten« dennoch glauben machen wollen, es
gäbe statistische Wahrscheinlichkeiten, ist unwahr. Jeder wirkliche
Statistiker lacht sich kaputt darüber.
Merke: Dem Verkäufer wird es nach dem
erfolgreichen Abschluß ziemlich egal sein, was aus "Ihrer"
Fonds-Police wird. Nur etwa zwei Jahre muß der Kunde durchhalten,
dann kann der Verkäufer die Provision behalten.
Ablauf-Optimierung
An dieser Stelle wenden die Verfechter der Fonds-Police ein, daß man
die Laufzeit der Fonds-Police so anlegen sollte, daß man nach dem
Ablauf des Vertrages noch Zeit hat, ein Börsen-Tief "auszusitzen".
Wer also mit 65 Jahren Geld aus einer Fonds-Police zur Verfügung
haben möchte, solle den Ablauf auf das Alter 60 legen. Ist zu diesem
Zeitpunkt der Aktienmarkt so ungünstig, daß die Police bis dahin
nur eine geringe Rendite hat, solle man einfach einige Zeit abwarten,
bis die Kurse wieder steigen. In der Vergangenheit, so wird behauptet,
habe man nur wenige Jahre darauf warten müssen.
In derLangzeit- und Altersvorsorge-Rendite-Studie
wurde diese Theorie widerlegt. Während sich die Verfechter
dieser Theorie meist nur die Zeiträume herausgreifen, die ihre
Theorie stützt, wurden für die Studie alle Zeiträume seit den
50er Jahren durchgerechnet.
Das Ergebnis:
Es gibt auch Zeiträume, wo man mehr als 10 Jahre nach dem
eigentlichen Ablauf warten mußte, bis aus einer geringen
Rendite eine durchschnittliche Rendite wurde.
Im übrigen:
Es gibt noch viel zu wenig langfristige Zeiträume, als das man aus den
wenigen bisherigen dauerhafte Schlußfolgerungen ziehen könnte.
Merke: Aktienmärkte kennen keine Statistik, weshalb sie sich auch
nicht daran halten.
Umschichtung
Andere Verfechter der Aktienfonds-Anlage (egal, ob als Fonds-Police
oder als Aktienfonds-Sparvertrag) argumentieren noch etwas anders. Sie
wollen glauben machen, daß man einige Jahre vor dem geplanten Ablauf
mit Umschichtungen zum Erfolg kommt. Motto: Wenn die Rendite der Police
bis einige Jahre vor dem Ablauf bereits überdurchschnittlich sei, könne
man nach und nach Aktienfonds-Anteile in Rentenfonds- oder
Immobilienfonds-Anteile "umtauschen".
Nun, wenn dieses »Modell« angeblich
sicher funktioniert, könnten die
Anbieter ja Garantien abgeben. Das
tun sie aber nicht. Sie tun es deshalb nicht, weil es eben
nicht sicher ist.
Bei einer Laufzeit von zum Beispiel 25 Jahren gibt es keine Garantie,
daß nach 20 Jahren die Rendite aus der Aktienfonds-Anlage
überdurchschnittlich ist.
Vorteil für die Fonds-Police:
Wem gehört das Geld?
Exkurs Kapital-Lebensversicherung
Bei der Kapital-Lebensversicherung gehört alles Geld
zunächst einmal der Versicherungs-Gesellschaft. Auch
der Sparanteil! Sie verwaltet die Beiträge und Gewinne
aus der Kapitalanlage nicht treuhänderisch, ihr gehört
alles. Das bedeutet im Klartext: Manipulationen sind
Tor und Tür geöffnet. In den Medien wird immer von Fällen
berichtet, in denen Millionen und Milliarden Mark
weg-manipuliert worden sind oder worden sein sollen.
Geld, das mit den Beiträgen der Versicherungs-Kunden
erwirtschaftet wurde.
Hinweis: Das Gesagte bedeutet, daß eine Versicherungs-Gesellschaft
manipulieren kann. Es heißt nicht, daß jede dies auch
tut (oder in der Vergangenheit getan hat).
Bei der Fonds-Police ist das etwas
anders. Der Sparanteil gehört den Versicherungs-Kunden.
Manipulationen durch die Versicherungs-Gesellschaften
wie bei der Kapital-Lebensversicherung sind nicht möglich.
Steuer-Information: Vorsorgeaufwendung
Die Beiträge für eine Fonds-Police können nicht
im Rahmen der Einkommensteuer als Vorsorgeaufwendung geltend gemacht werden.
Sie führen nicht zu einer
Steuerersparnis bei der Einkommensteuer.
Aber: Einen Steuervorteil gibt es dann, wenn man die Fonds-Police als
Direktversicherung abschließt.
Die Beiträge für eine herkömmliche Kapital-Lebensversicherung
können im Rahmen der Einkommensteuer als Vorsorgeaufwendung
dann geltend gemacht werden, wenn der Höchstbetrag nicht oder
noch nicht bereits von anderen Versicherungs-Beiträgen (vor
allem Gesetzliche Renten-Versicherung sowie Gesetzliche oder
Private Kranken-Versicherung) ausgeschöpft ist.
TIP
Wer die Fondsgebundene Lebensversicherung wegen der Rendite-Chancen,
die Aktienfonds bieten, ins Auge gefaßt hat, und zusätzlich auf
die Anerkennung als Vorsorgeaufwendung gehofft hat, sollte folgende
Überlegung in Erwägung ziehen:
Britische Lebensversicherungen bieten herkömmliche
Kapital-Lebensversicherungen an, die bei der Kapitalanlage
bis zu 80% in Aktien investieren. (Die deutschen Anbieter
dürfen nur höchstens 30% in solchen Anlagen investieren.)
Trotz des hohen Aktienanteils gelten diese Briten-Policen als
Kapital-Lebensversicherungen, deren Beiträge im Rahmen der
Höchstbeträge als Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht
werden können. Ist also der Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen
noch nicht ausgeschöpft, führen die Beiträge zu einer Steuer-Ersparnis.